Die Rail Holding verzeichnet im Jahr 2016 einen Bilanzverlust von 8,7 Millionen Euro. Die private Westbahn übt unterdessen Kritik an der Schienen-Control.
Die Muttergesellschaft der mehrheitlich privaten Westbahn, die Rail Holding AG, hat im Vorjahr ihren Bilanzverlust vergrößert. Wie aus dem aktuellen Eintrag ins Firmenbuch (laut Firmen-Compass) hervorgeht, stieg der Bilanzverlust (inklusive Verlustvortrag aus dem Vorjahr) von 8,31 Mio. Euro (2015) auf 8,71 Mio. Euro (2016).
Die Rail Holding ist 100-Prozent-Eigentümerin der Westbahn Management GmbH und der Westteam Personalmangement GmbH, die die Bahn auf der Weststrecke betreiben. Eigentümer der Rail Holding sind die Haselsteiner Familien-Privatstiftung (49,90 Prozent), die Schweizer Augusta Holding AG (32,70 Prozent) und die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF (SNCF Voyages Developpement SAS mit 17,40 Prozent).
Kritik an Schienen-Control
Die Westbahn hat heute in einer Aussendung beklagt, dass Österreich Schlusslicht bei der Arbeitsgeschwindigkeit der europäischen Bahn-Regulatoren sei. Beim österreichischen Regulator, der Schienen-Control Kommission, gebe es dringend Veränderungsbedarf. Dies ergebe sich aus einer "gerade in Ausarbeitung befindlichen Studie von ALLRAIL, der Alliance of Rail New Entrants". Erich Forster, CEO der Westbahn und Präsident von ALLRAIL, ortet Verbesserungsbedarf.
Die Schienen-Control Kommission hat die Vorwürfe der Westbahn zurückgewiesen. "Die Verfahrenspartei WESTbahn versucht hier sichtlich auf den Ausgang von Verfahren bei der unabhängigen Regulierungsbehörde durch Litigation-PR Einfluss zu nehmen", heißt es in einer Stellungnahme. Zum Vorwurf der langen Verfahrensdauer heißt es, man habe mehr als 120 Verfahren seit 2012 geführt, 45 Prozent der Verfahren wurden innerhalb von 6 Monaten abgeschlossen. Rund 60 Prozent der Verfahren wurden in weniger als 9 Monaten abgeschlossen. Jedenfalls habe in Österreich noch nie ein Eisenbahnverkehrsunternehmen die, jeder Verfahrenspartei zustehende, rechtliche Möglichkeit einer Säumnisbeschwerde in Anspruch genommen.
(APA)