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Kritik an 12-Stunden-Arbeitstag: "Großspender haben Ziel erreicht"

Symbolbild: Arbeitszeit
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Arbeitnehmervertreter laufen Sturm gegen die Pläne von ÖVP und FPÖ, einen 12-Stunden-Arbeitstag einzuführen. Der steirische SPÖ-Chef warnt: "Vor allem viele Frauen werden zwölf Stunden arbeiten müssen."

Die von ÖVP und FPÖ geplante Möglichkeit eines 12-Stunden-Arbeitstages sorgt bei Arbeitnehmervertretern, SPÖ und Grünen für Empörung. Die Produktionsgewerkschaft ProGe sieht in der Erfüllung dieser langjährigen Arbeitgeber-Forderung unter anderem ein Ergebnis der Großspenden aus der Wirtschaft für den Nationalrats-Wahlkampf von Sebastian Kurz (ÖVP). "Die industriellen Wahlkampf-Großspender der türkisen ÖVP haben ihr Ziel nun erreicht", sagte ProGe-Vorsitzender Rainer Wimmer am Donnerstag. Er befürchtet, dass der 12-Stunden-Tag nicht die Ausnahme, sondern die Regel werden wird.

AK-Präsident Rudi Kaske warnte wiederum davor, dass die geplante Regelung eine "Einbahnstraße" für die Arbeitnehmer werde, von der nur die Arbeitgeber profitieren würden. "Bei der Arbeitszeit geht es nicht nur um die Wünsche der Wirtschaft. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben ein Recht auf Familienleben und Freizeit", so Kaske.

Für Wolfgang Katzian, Vorsitzender der FSG (Fraktion der Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen), bedeuten die Pläne von ÖVP und FPÖ "mehr Arbeit für weniger Geld". Eine Ausdehnung der Arbeitszeit berge die Gefahr, dass Unternehmen die Überstunden zur Regel machten und in Folge die Überstundenzuschläge streichen könnten. Katzians Vermutung: "Die Parteispenden diverser Großindustrieller im Wahlkampf müssen sich offenbar rentieren, jetzt werden Unternehmer offensichtlich schnell bedient. Was bisher auf Augenhöhe mit den Sozialpartnern vereinbart wurde, soll nun diktiert werden, ohne Rücksicht auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."

Schickhofer: "Viele Frauen werden zwölf Stunden arbeiten müssen"

Der steirische Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) verwies am Donnerstag auf die dadurch schwieriger werdende Vereinbarkeit von Beruf und Familie: "Natürlich werden vor allem viele Frauen in Zukunft zwölf Stunden arbeiten müssen - obwohl gerade die Frauen sehr oft den Kinderbetreuungspflichten nachkommen oder den Haushalt neben ihrem Job erledigen. Was haben die Frauen davon, wenn es in der ohnehin stressigen Weihnachtszeit heißt: 'Jetzt musst Du 60 Stunden arbeiten. Du kannst dann eh im Jänner am Dienstag und Mittwoch daheim bleiben.'"

SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek erinnerte daran dass "in den meisten Regionen Österreichs die Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen gar nicht auf 12-Stunden-Tage der Eltern ausgerichtet" sind. Monika Vana, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion im Europaparlament, sieht in den ÖVP-FPÖ-Plänen wiederum einen "massiven Angriff auf die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer".