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Fernsehen

Böhmermanns Rundumschlag gegen Red Bull

ZDFneo/YouTube
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Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann teilte ordentlich gegen den österreichischen Konzern Red Bull, dessen Gründer Dietrich Mateschitz und seine Medienprojekte ServusTV und "Addendum" aus.

Mit bemühten Witzen über Stratosphärenspringer Felix Baumgartner und den „Ochsengallen-Geschmack“ des Energydrinks Red Bull eröffnete Jan Böhmermann seine ausführliche Satire über den österreichischen Konzern Red Bull und dessen Gründer Dietrich Mateschitz. Doch ganz so harmlos blieb sie nicht. Im 16 Minuten langen Beitrag seiner ZDFneo-Show „Neo Magazin Royale“ teilte er gegen Baumgartner, Mateschitz sowie dessen Medien Servus TV und die erst wenige Wochen alte Plattform „Addendum“ aus.

So hieß es etwa, die Red-Bull-Firmenzentrale liege in „Fascho am See“ (statt Fuschl am See) - ein Versprecher, der die Überleitung zu Aussagen von Dietrich Mateschitz über die Gefahren der „Flüchtlingswelle“ in Österreich bilden sollte. Der Mann sei eben 73, „das ist ja das Gauland-Alter, da brabbelt man schon so etwas Rechtspopulistisches daher“. Es folgten Kritik am „Talk im Hangar-7“ von Servus TV, wo einst Identitären-Chef Martin Sellner (der bei Böhmermann zum Manfred wurde) zu Gast war, und Witze über „Addendum“ sowie dessen Leiter Michael Fleischhacker. Der sehe „zwar fesch“ aus, doch dann folgte die Frage: "Wieso müffelt es hier eigentlich so komisch nach Pegida-Zwangsjacke“? Schließlich schlug er ein neues „krasses Actionevent“ vor, das sich derzeit "jeden Tag und sogar nachts mitten in Europa" abspiele, die „Red Bull Refugee Challenge“. Dabei wurden Bilder von Flüchtlingsströmen und Red-Bull-Events zusammengeschnitten.

Eine Reaktion von Red Bull oder Mateschitz persönlich ist nicht zu erwarten. Der Konzern ist für seine betont zurückhaltende Kommunikationspolitik bekannt. Etwas wahrscheinlicher ist, dass sich Felix Baumgartner auf Facebook zum satirischen Angriff gegen ihn und seinen Hauptsponsor meldet. Er fiel in der Vergangenheit immer wieder mit Posts auf, in denen er sich gegen "Mainstream-Meinungen" und Kritik an seiner Person stellt oder für FPÖ-Positionen eintrat. 

Deutsche Medien wie der "Stern" und die "Welt" berichteten am Freitag ausführlich über die jüngste Böhmermann-Sendung, allerdings nicht nur wegen der Red-Bull-Schmähs, sondern weil dort der deutsche Grünen-Politiker Robert Habeck zu Gast war und sehr offen über das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen gesprochen hatte. Die "Welt" sieht Böhmermann durch Habeck gar "entwaffnet". Wäre spannend, was Mateschitz und Fleischhacker Böhmermann kontern würden, wenn man sie ließe. So sie eine Einladung in das ZDF-Studio überhaupt annehmen würden.

>> Die Sendung "Neo Magazin Royale" vom 7. Dezember in voller Länge

(red./awa)