Zu 100 Prozent aus Hanf gebaut

Seit Tausenden Jahren für Textilien genutzt, soll Hanf künftig als Verbundwerkstoff für Stabilität sorgen.
Seit Tausenden Jahren für Textilien genutzt, soll Hanf künftig als Verbundwerkstoff für Stabilität sorgen.(c) Clemens Fabry
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Während die Legalisierung als Arzneimittel noch diskutiert wird, erschließt Hanf als natürlicher Werkstoff neue Anwendungen: etwa für Bauteile von Windrädern oder Autos. Ziel ist, ganz auf erdölbasierte Zusätze verzichten zu können.

Alles, was wir heute im täglichen Leben in Form von Kunststoff an kleinen Helfern haben – Kaffeebecher, Kugelschreiber oder Handys – soll künftig aus natürlichen, sogenannten biobasierten Kunststoffen bestehen. Das ist die Vision von Ralf Schledjewski vom Department Kunststofftechnik der Montanuniversität Leoben. Der Maschinenbauer befasst sich seit dem Studium mit Werkstoffen und damit, wie sie sich durch Kombination verbessern lassen: hinsichtlich Eigenschaften wie Härte und Gewicht, aber auch hinsichtlich der genutzten Rohstoffe. Denn da die Erdölreserven immer knapper werden, gewinnen Materialien aus der Natur zunehmend an Bedeutung.

„Das Ende der petrochemischen Basis ist absehbar“, sagt Schledjewski. Und auch wenn derzeit nur zwei bis drei Prozent des Rohöls für Kunststoffe verwendet und der Rest verbrannt werde, gelte es, nach Alternativen Ausschau zu halten. Hanf oder Cannabis, so der wissenschaftliche Name, zählt zu den ältesten bekannten Nutz- und Zierpflanzen. Die robuste Faser der krautigen Pflanze wurde schon vor Christi Geburt für Kleidung genutzt. Im Mittelalter stellte man Bogensehnen daraus her, in der Schifffahrt trotzten Segeltücher und Seile aus Hanf großen Belastungen. Es lag also für die Forscher nahe, die Vorteile der schnell nachwachsenden Pflanze für ihre Zwecke zu nutzen.


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