Der IS hält in Syrien und im Irak nur noch wenige, kaum besiedelte Gebiete. Doch nun könnte die Phase des Untergrundkrieges anbrechen.
Es sind die letzten Gefechte gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS), die weiterhin ihre Opfer unter der Zivilbevölkerung fordern. 23 Menschen sollen nun bei einem Luftangriff der von den USA geführten Koalition auf das syrische Dorf al-Jerthi gestorben sein. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Sohr) in London. Al-Jerthi liegt am Ostufer des Euphrat in der Provinz Deir ez-Zor. Hier, entlang des Flusses, haben die IS-Extremisten noch einige letzte Rückzugsgebiete. Von Osten rücken mit US-Hilfe die Kämpfer der sogenannten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) auf sie zu, von Westen her die von Russland und vom Iran unterstützten Truppen des syrischen Regimes. Der IS versucht, diesen Vormarsch zu verzögern. Wirklich stoppen kann er ihn wohl nicht mehr.
Lang hatte die Propagandaabteilung der Jihadistenorganisation der ganzen Welt ein Bild verkauft: das des unbesiegbaren IS-Kämpfers, der in Todesverachtung im Geländefahrzeug mit wehender schwarzer Flagge heranbraust und den bis ins Mark erschütterten Feind in die Flucht schlägt. Doch von diesem Mythos ist nichts mehr übriggeblieben. Im Herbst 2014 hatte sich das Reich der Extremisten noch über weite Teile Syriens und des Irak gezogen. Nun liegt dieses vom IS eigenmächtig ausgerufene „Kalifat“ in Trümmern.