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Kunasek: "Bundesheer ist die letzte Schule der Nation"

Verteidigungsminister Kunasek bei der Angelobung von Rekruten.
Verteidigungsminister Kunasek bei der Angelobung von Rekruten.(c) APA (Bundesheer)
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Der neue Verteidigungsminister Mario Kunasek will den Rekruten des Bundesheeres die bestmögliche Ausbildung zukommen lassen. "Es soll nicht das Bild entstehen, dass die Zeit umsonst gewesen sei."

Zwei zentrale Punkte stehen im türkisblauen Regierungsabkommen zur Landesverteidigung. Einerseits soll eine langfristige budgetäre Deckung hergestellt werden, andererseits soll ein verfassungskonformer Zustand des Bundesheeres, insbesondere der Miliz, garantiert werden. Verteidigungsminister Mario Kunasek sagte daher am Freitagmorgen im "Ö1 Morgenjournal", dass es beim Bundesheer keinen Sparkurs mehr geben könne. Das Heer sei an seiner Belastungsgrenze angelangt. Er will die Miliz stärken und den Rekruten die bestmögliche Ausbildung zukommen lassen. Er denkt daher Rekrutenschulen an. Er wisse, wovon er spreche, sei er doch selbst 13 Jahre Ausbilder gewesen. Man solle bei den Rekruten nicht das Bild erzeugen, dass die Zeit umsonst gewesen sei. Man solle etwas mitnehmen für das Leben. Das Bundesheer sei die letzte Schule der Nation.

Das Milizsystem, wie es die Verfassung vorsehe, funktioniere nur durch verpflichtende Truppenübungen für alle, sagte Michael Schaffer, Präsident des Milizverbandes dann im "Ö1 Mittagsjournal". Diese Übungen waren vor 15 Jahren abgeschafft worden. "Die Wehrpflicht ist sinnlos, wenn es keine Wiederholungsübungen gibt". "Wofür sollen sie ausgebildet werden, wenn man sie nie mehr heranzieht", meinte Schaffer in Bezug auf die Milizsoldaten. "Das ist eine Konterkarierung der allgemeinen Wehrpflicht." Idealerweise sollte der Grundwehrdienst von derzeit sechs Monaten wieder um zwei Monate Truppenübung verlängert werden. Diese Forderung stellt auch die Offiziersgesellschaft. "Dazu vermissen wir noch das Bekenntnis im Regierungsübereinkommen", sagte Präsident Erich Cibulka, der auch der Meinung ist, dass das Verteidigungsbudget auf ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts angehoben werden sollte - das entspricht einer Anhebung von zwei auf drei Milliarden Euro.

Die geplanten Rekrutenschulen begrüßt Cibulka. Er warnt aber vor einer zu zentralen Organisation. "Wenn diese Rekrutenschulen an wenige Standorte zusammengefasst werden sollen, fürchte ich, dass das den Interessen der jungen Menschen nicht ganz entspricht. Ähnlich sieht das auch Schaffer, der darin eine Benachteiligung der Soldaten gegenüber Ersatzdiensten erkennt. Eine Rekrutenschule je nach Bundesland, nach Schweizer Vorbild, lautet Schaffers Vorschlag.

(APA)