Bei der Weltausstellung in Wien präsentierte sich Japan 1873 erstmals einem internationalen Publikum. Wissenschaftler und Restauratoren retteten nun ein einst gezeigtes Modell einer Daimyō-Residenz in einem aufwendigen Forschungsprojekt.
Sie war die fünfte Weltausstellung überhaupt und die erste im deutschsprachigen Raum. Die Schau von Mai bis November 1873 im Wiener Prater bot aber nicht nur einem nach verlorenen Kriegen wieder erstarkten Österreich die Gelegenheit zur ausgiebigen Selbstdarstellung. Sie lieferte auch die Bühne für den ersten internationalen Auftritt Japans.
Die aufstrebende Wirtschaftsmacht transportierte gleich rund 6000 Objekte auf zwei Schiffen nach Europa. Darunter ein mehr als zwölf Quadratmeter großes Modell einer Daimyō-Residenz, eines japanischen Herrschersitzes. Eine wohl gut überlegte Auswahl, denn im Wien der Gründerzeit entstanden gerade die von Adeligen und Großindustriellen errichteten Ringstraßenpalais.