Ein digitales Planungswerkzeug soll künftig die Logistik von Verkehrsknotenpunkten verbessern. Dazu kooperieren die ÖBB-Infrastruktur, Forscher der TU Wien und Unternehmen.
Wenn der Fahrgast nichts merkt, hat alles perfekt funktioniert. Er steigt am Wiener Hauptbahnhof in einen gut gewarteten, sauberen Zug, der pünktlich abfährt. Und ahnt nichts von dem logistischen Meisterwerk, das sich hinter den Kulissen abspielt. Am nahen Knoten Matzleinsdorf werden jeden Tag rund 11.000 Waggons für den Zugverkehr vorbereitet. Sie kommen, wenn nötig, in die Waschanlage, werden vorgeheizt, ihre Sanitärtanks entleert, Müll entsorgt, Wassertanks neu befüllt, Lebensmittel für das Catering eingeladen, in den Werkstätten auf Sicherheit gecheckt – und das alles möglichst ohne Staus und Leerzeiten. Erst dann werden sie zu Zügen „zusammengestellt“, wie es im Bahnjargon heißt.
Die Planung für all das passiert bisher mit Papier und Bleistift, Excel-Tabellen und der jahrelangen Erfahrung einzelner Bahnmitarbeiter. „Das funktionierte in den Köpfen weniger Leute, die viel Wissen dazu, was wann und wo notwendig ist, angesammelt haben“, sagt Georg Hauger vom Fachbereich für Verkehrssystemplanung der TU Wien. Doch der Verkehr nimmt weiter zu, auch durch die Öffnung des Bahnnetzes für andere Anbieter. Dadurch wird die Planung komplizierter – und muss transparent für Dritte werden, die ihre Züge ebenfalls waschen und mit Catering versorgen wollen.