Wifo: Ostgeschäfte bremsen Wachstum bis 2014

Facharbeiter, Fa. Biribauer, Arbeit, Metallverarbeitung, Fabrik, Werkst�tte, Werkstatt, Metall, Eisen
Facharbeiter, Fa. Biribauer, Arbeit, Metallverarbeitung, Fabrik, Werkst�tte, Werkstatt, Metall, Eisen(c) (Fabry Clemens)
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Bis zum Jahr 2014 wird Österreichs Wirtschaft jährlich im Schnitt um 1,8 Prozent real wachsen. Das ist weniger als vor der Krise und auch schwächer als andere europäische Länder. Die Inflation wird aber niedrig bleiben.

Österreich wird die Folgen der Wirtschaftskrise noch länger zu spüren bekommen und aufgrund des starken Ostengagements den bisherigen Wachstumsvorsprung gegenüber den anderen europäischen Länder etwas einbüßen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird von 2010 bis 2014 real um durchschnittlich 1,8 Prozent pro Jahr zunehmen.

Das Wachstum werde jährlich um knapp 0,75 Prozentpunkte geringer ausfallen als im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts vor der Wirtschaftskrise. Das starke Engagement der österreichischen Banken in Ostmitteleuropa und Südosteuropa berge obendrein noch beträchtliche Risiken, so die Einschätzung des Wifo.

Wenig Inflation, hohe Arbeitslosigkeit

Vor allem auf den Arbeitsmarkt und auf die öffentlichen Haushalte werde die Rezession noch länger nachwirken, die Inflation werde dagegen niedrig bleiben. Ab dem Jahr 2011 werden Maßnahmen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte die Nachfrage dämpfen, aber eine Senkung des Budgetdefizits bewirken, schätzen die Wirtschaftsforscher. Die Vergabe von Risikokapital für Unternehmen sowie die Kreditversorgung des privaten Sektors zur Finanzierung von Ausrüstungs- und Bauinvestitionen und Konsum bleiben restriktiv. Da manche der größeren Bauprojekte 2009 noch nicht umgesetzt werden konnten, sollte ihre Wirkung im Jahr 2010 zum Tragen kommen und damit den Aufschwung unterstützen.

Haushalte sparen wieder mehr

Das nicht zuletzt aufgrund der hohen Lohnabschlüsse verfügbare reale Haushaltseinkommen habe im Jahr 2009 in Österreich, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern des Euro-Raumes, eine Zunahme des privaten Konsums von einem halben Prozent ermöglicht. Jedoch sei ein größerer Teil des Einkommensanstiegs als in den letzten Jahren in die Ersparnisse geflossen. Für den Prognosezeitraum 2010/2014 werde mit einem Konsumwachstum von einem Prozent gerechnet, das um knapp einen halben Prozentpunkt niedriger sei als in der Fünfjahresperiode vor der Krise, so die Wirtschaftsforscher. Bis 2014 dürfte die Inflationsrate in Österreich durchschnittlich 1,5 Prozent betragen.

Arbeitslosigkeit bleibt über acht Prozent

Die Ausweitung von Kurzarbeit, Schulungen und Bildungskarenz habe den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahr 2009 zwar um etwa 13.000 gebremst, die Arbeitslosigkeit werde aber eine zentrale wirtschaftspolitische Herausforderung der kommenden Jahre bleiben, schätzt das Wifo. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen dürfte von 2008 bis 2014 um gut 90.000 auf über 300.000 steigen. Im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2014 dürfte die Arbeitslosenquote (laut AMS-Definition) 8,1 Prozent erreichen. Nach Meinung des Wifo werde der freie Zustrom von Fachkräften aus den neuen EU-Ländern seit dem Jahr 2009 und das Ende der Übergangsfristen im Jahr 2011 die Pendler- und Zuwanderungsströme erhöhen.

Die Staatsausgaben werden das Defizit der öffentlichen Haushalte 2010 auf 5,25 Prozent des BIP steigen lassen. Neben der Verbesserung durch die Konjunkturerholung müssen Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung ergriffen werden, falls die Defizitquote bis zum Jahr 2014 wieder auf unter 3 Prozent des BIP gesenkt werden soll, mahnt das Wifo ein.

(APA)

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