Der Kurz-Zug auf dem Abstellgleis

In Kärnten gibt es sie noch, die ÖVP (ur-)alt.

Die Kurz-ÖVP hat derzeit einen Lauf. Zuletzt bestätigt auch im bislang roten Salzburg, als der ÖVP-Kandidat den Bürgermeistersessel eroberte. Man kann jedoch relativ gefahrlos größere Summen darauf wetten, dass dieser Lauf spätestens in Kärnten enden wird. Bei der Landtagswahl am 4. März 2018.

Die ÖVP hat hier mit Christian Benger einen Landesparteichef, der die ÖVP-alt, um nicht zu sagen, -uralt, sehr gut verkörpert. Wenn die ÖVP mit ihrem Landesparteichef als Spitzenkandidat antritt – und davon ist derzeit auszugehen –, dann könnte im besten Fall ein zartes Plus vor dem Ergebnis stehen, mehr wohl nicht.

Mit Josef Moser, so die Hoffnung mancher in der Kärntner ÖVP, wäre wesentlich mehr möglich. Immerhin könnte er, der vormalige Freiheitliche, auch freiheitliche Stimmen einsammeln. Doch Moser wird sich das, erst recht seit er nun Justizminister, eher nicht antun. Und sollte sich Elisabeth Köstinger nicht für den vierten Jobwechsel in wenigen Monaten gewinnen lassen, wird das wohl nichts werden mit der Kärntner ÖVP.

Ähnliches gilt übrigens auch für die FPÖ. Das Potenzial an sich ist nach wie vor groß: Bei der Nationalratswahl 2017 ließ Heinz-Christian Straches FPÖ die SPÖ von Christian Kern locker hinter sich. Bei der Wahl im März lautet das Duell Gernot Darmann (FPÖ) gegen Peter Kaiser (SPÖ). Da müsste man sich schon sehr wundern, wenn mehr möglich wäre als Platz zwei für die FPÖ.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2017)