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Tennis: Auch 2010 gibt es in Kitzbühel ein Turnier

ARCHIVBILD: ATP TENNIS-TURNIER IN KITZBUEHEL
(c) APA/ROBERT PARIGGER (Robert Parigger)
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Ende November 2009 nahm die ATP den Tirolern das Turnier weg. Als Ersatz gibt es im Juli 2010 das Challenger-Turnier "Austrian Open". Ein Rückschritt, der aber auch eine neue Chance ist.

Es gibt doch auch 2010 wieder ein Profi-Tennisturnier in Kitzbühel. Wie der Tennisclub KTC und die Stadt am Donnerstag bekanntgaben, wird es vom 1.- 8. August ein mit 65.000 Euro dotiertes Challenger-Turnier mit dem Titel "Austrian Open" geben. Turnierdirektor wird der frühere deutsche Daviscupper Carl Uwe Steeb. Erst im vergangenen November war nach jahrelangen Disputen das traditionsreiche ATP-Herrenturnier endgültig aus Kitzbühel abgewandert (DiePresse.com berichtete).

Es sei ein denkwürdiger Neustart, wurde bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Hahnenkammrennens verkündet. Man habe bewusst einen Rückschritt auf die unter der ATP World Tour liegende Challenger-Ebene gewählt, dafür aber erstmals seit Jahrzehnten die (allerdings immer nur jährlich vergebene) Lizenz und damit alle Rechte wieder in eigener Hand, betonte Tourismus-Obmann Christian Harisch. Herbert Günther, Präsident des TC Kitzbühel meinte, die jüngsten Verhandlungen mit der ATP hätten gezeigt, "dass Tennis in Kitzbühel nach wie vor eine sehr begehrte Braut ist".

Es werde sich bei diesem neuen Turnier um mehr als nur eine Tennisveranstaltung handeln, hieß es. Ziel ist, irgendwann wieder einmal an die glorreichen Tage dieses Traditionsturnieres, das Sieger wie Manuel Orantes, Vitas Gerulaitis, Pete Sampras, Goran Ivanisevic und Thomas Muster hervorgebracht hat und auch für Österreichs Elite stets ein Höhepunkt gewesen war, anzuschließen. So soll ein Seniorenturnier integriert werden, auch eine Laureus-Golf-Charity soll es parallel geben.

Damit sollen auch viele Sünden der Vergangenheit zurückgelassen werden. Der KTC hatte seinerzeit die Lizenz zurückgegeben, um via Ion Tiriac eines der elf größten Turniere weltweit veranstalten zu können. Dafür war auch ein mächtiges Freiluft-Stadion errichtet worden. Tiriac war jahrelang ein großer Freund Kitzbühels, als man dem Rumänen aber den Kauf bzw. die Errichtung eines Hauses im Nobelort verbot, war es vorbei mit der Freundschaft und es folgte ein jahrelanger Hickhack um die Lizenz-Anmietung.

"Tradition in letzter Minute gerettet"

"Ganz sicher ein Fehler", gestand Harisch nun ein, trauerte aber insgesamt der - vor allem jüngeren - Vergangenheit kaum nach. "Auf Wiedersehen Geschäftemacherei und Erpressung, jetzt gibt es wieder Emotion und Herz", sagte er offen. "Öfter als wir ist kein Turnier gestorben oder totgesagt worden. Jetzt haben wir die Tradition in letzter Minute gerettet, Kitz hat das Turnier wieder in eigener Hand."

Steeb freute sich darüber, dass nun auch zum 66. Mal internationale Tenniswettkämpfe in Kitzbühel stattfinden: "Ich habe ja wie Boris Becker selbst hier gespielt. Ich freue mich, bei diesem Neustart dabei sein zu dürfen."

(APA)