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2018: Mehr Jobs, weniger Arbeitslose

Ein Zollstock in der Hosentasche eines Handwerkers in der Uebungswerkstatt fuer Handwerksausbildung
imago/photothek
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Der nachhaltige Wirtschaftsaufschwung zeigt nun auch positive Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt: In der Eurozone soll es 2018 1,8 Millionen neue Jobs geben, sagt eine Studie von EY.

Der nachhaltige Wirtschaftsaufschwung kommt nun auch am Arbeitsmarkt an: In den 19 Ländern der EU-Währungsunion werde die Beschäftigung insgesamt um 1,8 Millionen auf 157,616 Millionen zulegen, geht aus einer Prognose der Unternehmensberatung EY hervor. „Die Trendwende ist geschafft“, sagt dazu EY-Experte Bernhard Lorentz. Bereits im zu Ende gehenden Jahr sei die Zahl der Beschäftigten erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau von 2007 gelegen. Danach sorgte die Finanzkrise für einen Wirtschaftseinbruch. Heuer entstanden sogar 2,4 Millionen neue Arbeitsplätze. 

Auch die Arbeitslosigkeit dürfte weiter zurückgehen. EY rechnet im kommenden Jahr mit einer Quote von 8,6 Prozent, nachdem es bereits 2017 einen Rückgang von 10,0 auf 9,2 Prozent gegeben habe. Dass die Arbeitslosigkeit dennoch deutlich höher bleibe als vor Ausbruch der Krise, liegt EY zufolge am deutlichen Wachstum des Arbeitskräfteangebots etwa durch Zuwanderung und wegen Zunahme berufstätiger Frauen.

Deutschland ist Zugpferd

Die meisten Jobs dürften im kommenden Jahr in Spanien und Deutschland entstehen. Hier wird jeweils eine Zunahme um rund 400.000 erwartet. „Die deutsche Wirtschaft boomt“, sagte Lorentz. „Viele Firmen arbeiten an der Kapazitätsgrenze, fahren gute Gewinne ein und schaffen neue Arbeitsplätze.“ In den vergangenen zehn Jahren seien fast vier Millionen zusätzliche Jobs hinzugekommen. Dennoch stehe Deutschland vor großen Herausforderungen. „Der Arbeitsmarkt etwa für Akademiker und Facharbeiter ist vielerorts leer gefegt“, sagte Lorentz.

Auch für Österreich zeigt die Studie einen Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt: Demnach soll es 74.000 zusätzliche Jobs geben. Die Arbeitslosigkeit soll von 5,4 auf 5,1 Prozent fallen. Damit liegt Österreich, was die geringste Arbeitslosenquote betrifft, nach Deutschland, Malta, Estland und Litauen auf dem fünften Platz. Insgesamt seien in Österreich Seit 2007 rund 407.000 neue Jobs geschaffen worden -   nur in Deutschland (3,83) und Frankreich (3,03) waren es mehr.

Für Österreich erwarten die Experten von EY eine Verschärfung des Fachkräftemangels. Das könnte für den Standort Österreich zu einem echten Problem und zu einer Innovations- und Wachstumsbremse werden", so Gunther Reimoser von EY Österreich. Umso mehr brauche man eine zukunftsgerichtete Migrationspolitik. "Zuwanderung kann einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten."