Felssturz in Tirol: "Das meiste ist herunten"

TIROL: FELSSTURZ IN VALS
TIROL: FELSSTURZ IN VALSAPA/ZEITUNGSFOTO.AT
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Am Abend des 24. Dezembers wurde die Landesstraße im Valsertal durch einen gewaltigen Felssturz bis zu 50 Meter hoch verschüttet. Für das unmittelbar betroffene Gebiet gibt es noch keine Entwarnung.

Nach dem gewaltigen Felssturz in Vals in Tirol hat sich die Lage im Verlauf des Donnerstags vorerst relativ unverändert dargestellt. Der Berg sei nach wie vor in Bewegung. "Das meiste ist herunten, ich würde sagen 95 Prozent. Aber es ist noch Felsmasse oben, die den Siedlungsraum erreichen kann", sagte Landesgeologe Gunther Heißel. Größere Abbrüche seien "durchaus wahrscheinlich", so Heißel.

Deshalb sei auch für das unmittelbar betroffene Gebiet bis auf Weiteres keine Entwarnung gegeben worden und müssten drei Wohnhäuser im Siedlungsbereich "Tummelers Sand" evakuiert bleiben, betonte der Landesgeologe. Und deshalb sei auch an Aufräumungsarbeiten auf der Valser Landesstraße noch nicht zu denken.

Ab morgen, Freitag, könnten dann aber erste geologische Messungen mit einem terrestrischen Laser-Scan durchgeführt werden, so Heißel. Dann habe man auch erstmals nach und nach exakte Zahlen zur Hand, anhand derer man sehen könne, ob und um wie viel sich etwa die Risse in der Felswand vergrößert haben.

Der errichtete Notweg ins Tal könne offen bleiben. Es habe zwar rund 20 Zentimeter an Neuschnee gegeben, dies sei aber für die provisorische Fahrbahn "kein Problem", so Bürgermeister Klaus Ungerank am Donnerstagnachmittag. Auch in punkto Lawinengefahr - der Forstweg wird von zwei Lawinenstrichen gekreuzt - sah der Ortschef vorerst keinen Grund zur Sorge. Derzeit herrsche Lawinenwarnstufe 3, also erhebliche Gefahr, kritisch werde es aber erst ab Warnstufe 4, so Ungerank.

Felssturz und "Weihnachtswunder"

Der gewaltige Felssturz hatte die Landesstraße im Valsertal am Abend des 24. Dezembers bis zu 50 Meter hoch verschüttet. Personen kamen nicht zu Schaden, allerdings wurden mehrere Weiler der Gemeinde Vals von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 150 Dorfbewohner waren bis zur Öffnung des Notweges eingeschlossen. Zudem mussten zahlreiche Häuser in der Gefahrenzone evakuiert werden. Nur wenige Minuten vor dem Felssturz hatten mehrere Kinder die Stelle auf dem Rückweg von der Christmette passiert. Bürgermeister Ungerank und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) als Leiter des Krisenteams sprachen von einem "Weihnachtswunder".

(APA)

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