Der Markit-Einkaufsmanagerindex legte im Dezember nicht ganz erwartet zu. Ein Experte rechnet für 2017 mit BIP-Wachstum von 6,8 Prozent.
Chinas mittelständische Industrie hat sich einer Umfrage zufolge vor dem Jahreswechsel überraschend im Aufweind befunden. Der am Dienstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex von Caixin/Markit stieg im Dezember um 0,7 auf 51,5 Zähler. Damit liegt das Barometer deutlich über der Schwelle von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Es markiert zugleich den höchsten Stand seit vier Monaten. Die Firmen fuhren die Produktion angesichts einer Welle neuer Aufträge hoch, wie aus der Umfrage hervorgeht. Experten hatten eine leichte Abschwächung erwartet.
Der Markit-Einkaufsmanagerindex deckt vor allem kleinere und mittlere Betriebe ab, die zugleich zumeist stärker im Exportgeschäft engagiert sind. Das Barometer der Regierung hingegen, das an Silvester veröffentlicht wurde, signalisierte für Dezember ein etwas langsameres Wachstumstempo. Dabei belasteten staatliche Umweltschutzmaßnahmen und ein sich abschwächender Immobilienmarkt. Es basiert hauptsächlich auf der Entwicklung von Konzernen, die oft in staatlicher Hand sind.
"Dynamik kann nicht gehalten werden"
"Chinas Einkaufsmanager zeichnen zum Jahresstart insgesamt ein durchaus freundliches Bild der Lage", erklärte Ökonom Frederik Kunze von der NordLB. Er geht davon aus, dass die dortige Wirtschaftsleistung 2017 um 6,8 Prozent zugelegt haben dürfte. Die Wachstumszahlen für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2017 stehen am 18. Jänner an.
"Das Wachstumstempo wird die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft 2018 aber wohl nicht halten können", so Ökonom Kunze. Es fuße unter anderem auf einer globalen konjunkturellen Dynamik, die nicht beliebig in die Zukunft fortgeschrieben werden könne. Ökonomen rechnen für 2018 mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,4 Prozent. 2016 hatte das BIP der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um 6,7 Prozent zugelegt - so wenig wie seit gut einem Vierteljahrhundert nicht mehr. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 lag das Plus bei 6,9 Prozent.
(APA/Reuters)