Nach Niki-Verkauf: Neue Fluglizenz kommt rasch

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Symbolbild. (c) REUTERS (STRINGER)
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Der Flugbetrieb unter den Fittichen von Vueling dürfte im März aufgenommen werden. Alte Tickets bleiben ungültig.

Wien. Nach der am Freitagabend fixierten Übernahme des Flugbetriebs samt Mitarbeitern sowie der Start- und Landerechte (Slots) der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki durch die IAG Holding soll der Neustart so rasch wie möglich erfolgen. Wichtigste Voraussetzung: die neue Fluglizenz (AOC) und die dazugehörende Betriebsgenehmigung für die spanische IAG-Tochter Vueling, die über eine neu gegründete Österreich-Tochter Niki übernimmt.

„Das wird so rasch wie möglich erledigt“, wurde der „Presse“ im Infrastrukturministerium und bei der Austro Control signalisiert. Die Behörden hatten das AOC für Niki trotz Insolvenz bis jetzt aufrechterhalten.

Ebenso wichtig ist die Absicherung der Arbeitsplätze. Die IAG will 740 der 1000 Beschäftigten – sie sind alle bei der Niki Luftfahrt GmbH angestellt – übernehmen. Jetzt geht es um das Wie: Für Betriebsratsobmann Stefan Tankovits wäre ein Betriebsübergang, bei dem das Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (Avrag) Anwendung findet, optimal. Denn da blieben die Rechte und Pflichten der Beschäftigten erhalten. Allerdings gelten für einen Verkauf aus einer Insolvenz Ausnahmen. Tankovits strebt dazu rasch Gespräche mit der IAG an, die bereits die Jännergehälter zahlt.

Die rund 400.000 noch bei Niki gebuchten Tickets bleiben ungültig, betonte Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Ob Vueling, die mit Niki den Flugbetrieb voraussichtlich im März aufnimmt, Kulanzangebote macht, ist derzeit offen. Auch die deutsche Regierung dürfte weitgehend durch die Finger schauen: Von dem 150 Mio. Euro schweren Hilfskredit zur Aufrechthaltung des Air-Berlin-Betriebs dürfte nur ein Teil zurückgezahlt werden können, denn die IAG zahlt nur 20 Mio. Euro für die Fährnisse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2018)

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