Schnellauswahl

Kodak verspricht Kryptowährung, Aktienkurs verdoppelt sich

Fotografieren war gestern bei Kodak.
APA/AFP/GETTY IMAGES/David Becke

Auch Kodak springt auf den Kryptoboom auf und kündigt die KodakCoin für Fotografen an. Immer mehr traditionelle Unternehmen wollen am Bitcoin-Hype mitnaschen.

Der Siegeszug der digitalen Bilder hatte den einstigen Fotoriesen Kodak auf dem falschen Fuß erwischt, das Unternehmen schlitterte in die Insolvenz. Den aktuellen Kryptoboom will Kodak aber nicht verpassen und kündigte die Schaffung einer eigenen digitalen Währung namens KodakCoin an - und erreichte damit zumindest adas Interesse der Anleger. Kaum war das dürre Pressestatement an der Öffentlichkeit, schoss der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als das Doppelte in die Höhe. 

Die KodakCoins sollen in Kombination mit der - ebenfalls noch zu erfindenden - Blockchain-basierten Plattform KodakOne, die digitale Rechteverwaltung von Fotografen erleichtern. Rechteinhaber sollen über KodakOne nicht nur ihre Bilder vermarkten können, das System soll auch melden, wenn jemand registrierte Bilder ohne Erlaubnis nutzt.Der ICO ist für den 31. Jänner geplant.

Eistee und Amazon

Das klingt auf dem Papier natürlich alles sehr gut, unklar ist aber, ob das Unternehmen zur Umsetzung des Plans die Blockchain überhaupt  braucht und ob es doch eher darum geht, in der momentanen  Krypto-Manie abzukassieren.

Kodak wäre nicht das erste Unternehmen, das in den vergangenen Wochen eine seltsame, aber höchst lukrative,  Wandlung hingelegt hat: Im Dezember hatte das US-Unternehmen Long Island Iced Tea Company angekündigt, sich fortan Long Blockchain Corp. zu nennen. Der Aktienkurs verdreifachte sich sofort. Und das, obwohl das Unternehmen auch weiterhin klassisch analogen Eistee verkauft. Der asiatische Fruchtsaftmacher SkyPeople Fruit Juice firmiert fortan unter dem Namen Future FinTech Group Inc. Auch hier hat sich am Wesen des Unternehmens nichts geändert.  Selbst Größen wie Amazon wird Interesse an einer eigenen Kryptowährung nachgesagt. 

Das erinnert alles doch stark an die Internetblase rund um die Jahrtausendwende. Auch damals hängten Unternehmen oft grundlos das Wörtchen "Dotcom" an den eigenen Namen, umauch ein Stück von der Internetbubble abzubekommen. (auer)