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Agrana nach drei Geschäftsquartalen deutlich über Vorjahr

Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana hat in den ersten drei Quartalen um ein Viertel mehr verdient als zuletzt.

Der rund 8900 Mitarbeiter zählende Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana legte am Donnerstag Zahlen für die ersten drei Quartal vor: Der Umsatz konnte um 2,2 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro gesteigert werden, der operative Gewinn aber um 24,6 Prozent auf 171,6 Millionen Euro. Unterm Strich wurden 127,6 Millionen Euro verdient gegenüber 95,2 Millionen Euro in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Agrana-Chef Johann Marihart geht für das Gesamtjahr von einem leichten Anstieg beim Konzernumsatz und einer deutlichen Verbesserung beim EBIT aus.

Das dritte Quartal stand bereits im Zeichen des Endes der EU-Zuckerquoten. Schon die Monate davor "waren geprägt von Preisverhandlungen mit den Industrie- und Retailkunden. Das Auslaufen der Zuckerquote und die niedrigen Weltmarktpreise gekoppelt mit einer zu erwartenden hohen Zuckerproduktion stellten dabei die gesamte europäische Zuckerindustrie aber auch deren Abnehmer vor neue Herausforderungen. Die Abschlüsse für das Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 liegen nun deutlich unter dem Vorjahresniveau", teilte die Agrana mit.

Agrana-Chef Johann Marihart schreibt im Quartalsbericht des Unternehmens zum Segment Zucker: "Verstärkter Wettbewerb seit dem 1. Oktober 2017 innerhalb Europas bei einem ausreichend versorgten EU-Markt und gestiegenen Weltzuckerlagerbeständen hat für einen Preisdruck bei den Abschlüssen mit den Kunden für das Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 geführt." Produktionsseitig laufe die Rübenkampagne mengen- und qualitätsmäßig nach Plan. "In unseren neun Zuckerfabriken werden bis Ende Jänner 2018 bis zu 140 Kampagnentage über sechs Millionen Tonnen Rüben verarbeitet."

"Im Segment Frucht erfolgte im dritten Quartal der Spatenstich für unser neues, zweites Fruchtzubereitungswerk in China. Am Standort in Indien wird nach der Mangopüreeproduktion in Kürze auch mit der Erzeugung von Fruchtzubereitungen begonnen", so Marihart zu diesem Geschäftsfeld. Im Stärkesegment sei der Geschäftsbereich Ethanol momentan der höchsten Volatilität ausgesetzt.

 

Südzucker hebt Umsatzprognose an

Der deutsche Nahrungsmittelkonzern Südzucker, zu dessen Imperium die österreichische Agrana gehört, blickt nach einem positiven Verlauf der ersten neun Monate zuversichtlicher in die Zukunft. Europas größter Zuckerhersteller peilt für das Geschäftsjahr 2017/18 Umsätze von 6,9 bis 7,1 Milliarden Euro an, wie Südzucker am Donnerstag mitteilte. Bisher hatten sich die Mannheimer 6,7 bis 7,0 Milliarden zugetraut, 2016/17 fuhren sie 6,5 Milliarden ein. Beim operativen Ergebnis hält der Nahrungsmittelkonzern an seinem Ziel von 425 bis 500 Millionen Euro fest. Die Nachrichten kamen an der Börse gut an: Die zuletzt schwach gelaufene Südzucker-Aktie legte im frühen Handel um rund fünf Prozent zu.

In dem Ende November abgeschlossenen dritten Quartal bekam Südzucker allerdings einen Vorgeschmack auf die Lockerung des europäischen Zuckermarktes. Das MDax-Unternehmen habe seit Oktober mit deutlich rückläufigen Preisen auf dem Zuckermarkt zu kämpfen, sagte ein Sprecher. Das habe durch höhere Exportmengen teilweise kompensiert werden können, so dass das operative Ergebnis im Zuckergeschäft noch leicht gestiegen sei.

Seit dem 1. Oktober ist der europäische Zuckermarkt liberalisiert. Jahrelang geltenden Produktionsquoten, garantierte Mindestpreise und Ausfuhrbeschränkungen sind damit aufgehoben. Insgesamt brach das operative Ergebnis bei Südzucker in den Monaten September bis November um 13,1 Prozent auf 103 Millionen Euro ein. Auch in der Ethanol-Sparte machten dem Konzern sinkende Preisen zu schaffen. Dagegen führten höhere Milch- und damit Käsepreise zu Belastungen im Geschäft mit Tiefkühlpizza.

(APA)