Die andere Wiener Tanztradition

Bis in die 1960er war das Rundtanzen beim Eislaufverein sehr populär (Bild aus 1956). Die Zahl der Hobby-Eistänzer ist heute wieder am Steigen.
Bis in die 1960er war das Rundtanzen beim Eislaufverein sehr populär (Bild aus 1956). Die Zahl der Hobby-Eistänzer ist heute wieder am Steigen.(c) WEV, Susanne Hoffmann
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Das Rundtanzen auf dem Eis, wie es (fast) nur in Wien praktiziert wird, könnte von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe ernannt werden. Ein Verein will wieder mehr Menschen zum Tanzen auf dem Eis bringen.

Wien. Schuld ist ein Amerikaner. Sicher, der Walzer, die große Ballkultur, all das wurde in Wien etabliert. Aber dass man genauso wie in den warmen Ballsälen auch auf dem kühlen Eis zu Walzer- oder Polkaklängen tanzen kann, dass das Links-zwo-drei, Rechts-zwo-drei auf Schlittschuhen fast noch eleganter und schwungvoller wirkt als auf dem Tanzparkett, nun, darauf hat die Wiener erst ein Amerikaner bringen müssen.

Jackson Haines hieß jener amerikanische Balletttänzer, der den Wienern vor genau 150 Jahren, im Jänner 1868, vorführte, wie man auf dem Eis tanzen kann. Der Wiener Eislaufverein war gerade erst gegründet worden (1867 nämlich), da holte man Haines für einige Vorstellungen – einer wohnte auch Kaiser Franz Joseph I. bei – nach Wien. Haines übertrug das Walzertanzen, das gerade groß wurde, auf die Eisfläche. Die Leute waren entzückt, die Zeitungen auch. „Man kann die verschiedenen Tänze wie Polka, Walzer, Mazur ec. auf dem besten Parquetboden nicht zierlicher und graziöser tanzen, als Herr Haines auf dem Eise (...)“, schrieb die „Neue Freie Presse“ am 23. Jänner 1868.

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