Die OECD hat die Kosten "unzureichender Bildung" untersucht. Österreich könnte eine weitaus bessere Wirtschaftsleistung bringen, wenn die Schüler beim PISA-Test besser abschnitten.
Kleine Ursache, große Wirkung: Das gilt auch für die Qualifikation von Österreichern und das Wachstum der Wirtschaft. Die OECD hat eine Studie über die "volkswirtschaftlichen Kosten unzureichender Bildung" gemacht. Demnach würde ein Zuwachs der PISA-Leistungen um 25 Punkte in den kommenden 20 Jahren allein in Österreich zu einer um 900 Milliarden US-Dollar (636 Milliarden Euro) höheren Wirtschaftsleistung bis 2090 führen. Über die ganze OECD gerechnet ergäbe sich ein Zuwachs von 115 Billionen US-Dollar.
Bei der PISA-Studie werden Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten von 15- bis 16-jährigen Schülern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Österreich lag dabei zuletzt (2006) in allen Kategorien etwa im Schnitt der anderen Staaten, der bei 500 Punkten hielt.
Ein Zuwachs von 25 Punkten in 20 Jahren ist keineswegs illusorisch: Polen schaffte etwa beim Lesen zwischen 2000 und 2006 ein Plus von 29 Punkten. Die Studie geht davon aus, dass Nationen, denen ein größeres Humankapital zur Verfügung steht, tendenziell größere Produktivitätszuwächse zu verzeichnen haben. Je höher die Qualifikation der Erwerbstätigen ist, desto leichter vollzieht sich der technologische Wandel.
Als Spitzenreiter 1400 Mrd. Dollar mehr
Weitere Ergebnisse der Studie: Würde Österreich nicht nur 25 PISA-Punkte dazu gewinnen, sondern in den nächsten 20 Jahren sogar auf das Niveau von PISA-Spitzenreiter Finnland kommen, würde sich die Wirtschaftsleistung bis 2090 sogar um 1400 Milliarden Dollar steigern. Dazu wäre allerdings ein Zugewinn von 38 Punkten nötig.
Und: Könnte Österreich jene 14 Prozent aller Schüler, die zuletzt weniger als 400 Punkte bei PISA erreichten, in den kommenden 20 Jahren auf ein Minimum von 400 Punkten bringen, würde sich ein BIP-Plus von 1.102 Milliarden Dollar bis 2090 ergeben. Dies wäre laut OECD das Dreifache der gesamten Wirtschaftsleistung eines Jahres.
(APA/Red.)