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Auch Italien will Gesichtsschleier verbieten

Auch Italien will Gesichtsschleier verbieten
(c) EPA (Julie Howden)
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"Burka ist kein religiöses Symbol", sagt Italiens Frauenministerin Mara Carfagna. Muslimen solle die Staatsbürgerschaft verweigert werden, wenn sie ihre Frauen zwingen, einen Schleier zu tragen.

Nach französischem Beispiel wird jetzt auch in Italien über ein Verbot des Ganzkörperschleiers für muslimische Frauen diskutiert. Die italienische Frauenministerin Mara Carfagna sprach sich für eine Revision des in Italien geltenden Vermummungsverbots aus, wonach man sich in Italien in der Öffentlichkeit nicht so stark verschleiern darf, dass das Gesicht nicht mehr zu erkennen ist.

"Man muss in das Gesetz auch ein ausdrückliches Verbot einführen, den Gesichtsschleier zu tragen, der nur Sehschlitze für die Augen offen lässt (Niqab; Anmerkung) oder diese sogar noch mit einem Gitter verdeckt (Burka; Anmerkung). Das Justizsystem hat sie in den Jahren legitimiert, weil sie mit der Religion zusammenhängen", sagte die Ministerin im Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Mittwoch.

"Nur so kann es Integration geben"

Laut der Ministerin sollte man Muslimen die italienische Staatsbürgerschaft verweigern, wenn sie ihre Frauen zwingen, den Gesichtsschleier zu tragen. "Nur so kann es wahre Integration geben", meinte Carfagna. Die Burka sei kein religiöses Symbol, wie auch die geistlichen Führer des Islam anerkannt hätten, sondern "ein Akt der Unterdrückung der Männer gegenüber der Frau". "Auf diese Weise will man Frauen lebenslang unmündig halten. Den Gesichtsschleier zu verbieten, heißt die jungen Migrantinnen von den Ghettos zu befreien, in denen man sie halten will", erklärte Carfagna.

Vorbild Frankreich

Muslimische Frauen, die ihr Gesicht verschleiern, sollen in Frankreich nicht mehr mit öffentlichem Bus oder Bahn fahren dürfen. Eine parteiübergreifende Parlamentskommission empfahl am Dienstag nach sechsmonatiger Arbeit ein vollständiges Gesichtsverschleierungs-Verbot in öffentlichen Einrichtungen. Auch der Zutritt zu Schulen, Krankenhäusern und Behörden wäre Burka- und Niqab-Trägerinnen damit untersagt. Diese Initiative stieß in Italiens Regierungskreisen auf Beifall.

"Frankreich erteilt allen europäischen Ländern eine Zivilisationslehre. Zum Glück gibt es in Italien ein Vermummungsverbot, das sich auch auf Burka-Trägerinnen bezieht. Wir müssen dafür sorgen, dass es auch angewendet wird", kommentierte der Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Roberto Castelli. Die Rechtspolitikerin Daniela Santanche meinte, die Burka sei kein Ausdruck von Religiosität, sondern das Zeichen der Unterdrückung der Frau. Dieses Symbol von Unterdrückung müsse dementsprechend bekämpft werden.

(APA/Red.)