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Grazer Schnauze in Berlin

Einst als Boygroup mit klingendem Namen angetreten, haben die Grazer Architekten „Love“ mit der hoch ausgezeichneten Unternehmenszentrale „50Hertz“ in Berlin internationales Format erreicht.

Meine erste Begegnung mit der Gruppe „Love“ ist mir noch in guter Erinnerung. Es muss um2000 gewesen sein, als ein junger Architekt, als Deutscher rhetorisch gut geschult, in einem Vortrag ein Projekt für den arabischen Raum präsentierte – zur Schau gestellt mit erstaunlichem Selbstbewusstsein und einem Optimismus, was seine Realisierung betrifft, der für ältere Erfahrene an Naivität grenzte. Nun, das in Graz ansässige Architekturbüro Love Architecture and Urbanism gibt es immer noch (Thomas Pucher verließ das Büro 2005), und aus der smarten Boygroup mit vollmundigen Auftritten wurde ein Trio international reüssierender Architekten mit grauen Schläfen und immer noch jugendlich-unverbraucht wirkendem Habitus.

Im Oktober 2017 wurde den Architekten nun in Berlin feierlich der „DGNB Diamant“ verliehen. Es ist dies eine Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, die ins Leben gerufen wurde, um das Thema endlich ganzheitlich zu betrachten. Dabei bewertet die Kommission, in die der Bund Deutscher Architekten und die Bundesarchitektenkammer eingebunden sind, in ihrer Nachhaltigkeitsanalyse die gestalterische und baukulturelle Qualität eines Bauwerks. Ein Kriterium stellt die Angemessenheit der Lösung der Bauaufgabe dar, worunter man sich die Maßstäblichkeit eines Gebäudes, seine Einbindung, aber auch Beständigkeit und Zeitlosigkeit vorstellen kann. Dazu kommt die Frage nach dem städtebaulichen Kontext, der jene nach der Erschließung und dem Umgang mit Freiflächen einschließt.