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Matthias Walkner gewinnt als erster Österreicher Rallye Dakar

Matthias Walkner
Matthias WalknerGEPA pictures
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Der Motorradfahrer aus Salzburg brachte knapp 17 Minuten Vorsprung auf Lokalmatador Kevin Benavides ins Ziel.

40 Jahre nach dem österreichischen Fußballnationalteam hat Matthias Walkner im argentinischen Cordoba ein Stück rot-weiß-rote Sportgeschichte geschrieben. Der Salzburger gewann als erster Österreicher die Motorradwertung bei der Rallye Dakar und erfüllte sich damit einen Lebenstraum. „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Es wird dauern, bis ich realisiert habe, was hier passiert ist. Das ist surreal“, sagte der 31-Jährige nach der triumphalen Zieleinfahrt nach 8276 Kilometern durch Peru, Bolivien und Argentinien. Damit wurde auch die Erfolgsgeschichte von KTM fortgesetzt, für den oberösterreichischen Hersteller war es der 17. Triumph in Folge.

Auf dem 14. und letzten Teilstück der 40. Auflage genügte Walkner ein achter Rang, um mit letztlich 16:53 Minute Vorsprung auf den argentinischen Tagessieger Kevin Benavides zu gewinnen. „Ich war in der Früh sehr nervös, aber schließlich hat alles gut geklappt“, erzählte der KTM-Pilot. „Auch wenn man beim größten Event unseres Sports mit einem derart großen Vorsprung führt: der Gedanke, dass man gewinnen kann, fühlt sich bis zum Schluss unwirklich an.“ Die Vorentscheidung war auf der zehnten Etappe gefallen, als der bis dahin führende Franzose Adrien van Beveren ausschied, Benavides wegen eines Navigationsfehlers viel Zeit einbüßte und Walkner sich erstmals an die Spitze setzte. „Dieses Jahr war die Navigation wirklich schwierig. Alle Top-Piloten sind die längste Zeit extrem eng beisammen gewesen. Ich habe einfach versucht, in der Spitzengruppe zu bleiben. Am Ende ist meine Taktik voll aufgegangen.“

Training mit Marcel Hirscher

Schon im Motocross hat Walkner die Konkurrenz abgehängt, sich 2012 den WM-Titel in der MX3-Klasse geholt. Im folgenden Jahr wechselte der Kuchler auf Anraten von Mentor Heinz Kinigader zum Rallyesport und ins KTM-Werksteam. 2014 gewann er in Griechenland auf Anhieb seine erste Rallye und bereitete sich danach intensiv auf die Langstrecke vor. Trainingspartner war dabei unter anderem Skistar und Freund Marcel Hirscher, auch dessen Vater Ferdinand, ebenfalls leidenschaftlicher Motorradfahrer, stand mit Tipps parat. 2015 beendete eine Lebensmittelvergiftung Walkners Dakar-Debüt, 2016 dann ein Sturz. Im Vorjahr wurde er Zweiter, im Vergleich zu damals habe er heuer nicht viel geändert. „Ich habe versucht, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Das Glück war diesmal auf meiner Seite. Fünf andere hätten auch gewinnen können.“ Hirscher junior schickte via TV aus Kitzbühel Gratulationen: „Matthias hat gekämpft, hat niemals locker gelassen. Das ist mein Sportler des Jahres, weil was der geleistet hat, ist schwer zu fassen.“

Bei den Autos gewann der Spanier Carlos Sainz zum zweiten Mal nach 2010 die Rallye Dakar.

40. Rallye Dakar, Endergebnis:

Motorrad: 1. Walkner (KTM) 43:01,01 Std., 2. Benavides (ARG/Honda) +16:53, 3. Price (AUS/KTM) +23:01
Autos: 1. Sainz (ESP/Peugeot) 49:16,18, 2. Al-Attiyah (QAT/Toyota) +43:40, 3. De Villiers (RSA/Toyota) +1:16,41.

(APA)