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Salzburg boomt - und beschränkt Touristen

Die Stadt Salzburg wird bei Touristen immer beliebter.
Die Stadt Salzburg wird bei Touristen immer beliebter.(c) Clemens Fabry
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Tagestouristen, die meist mit dem Bus anreisen, überschwemmen die Stadt, drängen sich in den engen Gassen und sorgen in der Hauptsaison für ein Verkehrschaos in der Altstadt. Ab Juni wird die Zahl der Busse limitiert.

Salzburg. Die Stadt Salzburg wird bei Touristen immer beliebter. „Wir konnten 2017 erstmals mehr als drei Millionen Nächtigungen zählen“, freut sich Bert Brugger, der Chef der städtischen Tourismusgesellschaft. Doch die Erfolgsgeschichte der Mozart-, Festspiel- und Sound-of-Music-Stadt hat auch Nachteile: Tagestouristen, die meist mit dem Bus anreisen, überschwemmen die Stadt, drängen sich in den engen Gassen und sorgen in der Hauptsaison für ein Verkehrschaos in der rechten Altstadt, wo die Reisebusse in der Paris-Lodron-Straße viel zu wenig Platz für den Andrang vorfinden. Das ärgert nicht nur Einheimische, sondern stört auch zunehmend andere Gäste.

Nun will die Stadt Salzburg mit einem neuen Anmeldungssystem gegensteuern: Ab dem Sommer sollen nur mehr Busse, die vorher online ein Zeitfenster gebucht haben, zu den Terminals im Nonntal und in der Paris-Lodron-Straße zufahren können. Die Regelung wurde kürzlich von Vertretern der Stadt, der Reisebranche, der Polizei, von Wachdiensten und Altstadtverband ausverhandelt. Geht alles nach Plan, wird das Online-Buchungssystem am 7. Februar den Gemeinderat passieren.

Ein Ticket kostet künftig 24 Euro. Die Stadt kann damit die Busse zeitlich und räumlich besser aufteilen. Während in der Paris-Lodron-Straße die Busse oft keine Parkmöglichkeit mehr haben, weil alles besetzt ist, stehen im Nonntal Plätze frei.

 

50.000 Touristenbusse 2017

Und die Regelung bringt auch einen anderen Effekt: Wenn keine Zeitfenster mehr frei sind, muss der Veranstalter einen anderen Tag wählen. Damit kann die Stadt auch die Zahl der täglich ankommenden Busse limitieren. Dass das notwendig ist, zeigt die Entwicklung: Waren es 2015 noch 39.000 Busse, kamen 2017 rund 50.000 Fahrzeuge.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2018)