Quergeschrieben

Christian Kern verliert sich in einer populistischen Sackgasse

Mit abenteuerlichen Berechnungen über den Zuzug von Arbeitskräften aus Drittstaaten gefährdet der SPÖ-Chef sein wichtigstes Image als Wirtschaftspolitiker.

Was für ein intellektueller Absturz. Genau vor einem Jahr präsentierte Kanzler Christian Kern seinen Plan A mit einer Fülle sehr vernünftiger wirtschaftspolitischer Vorschläge. Jetzt verliert sich der Oppositionsführer Kern mit abenteuerlichen Berechnungen über einen angeblich drohenden massenhaften Zuzug von Arbeitskräften aus Drittstaaten in einer populistischen Sackgasse.

Mit der Ausweitung der Liste von sogenannten Mangelberufen von elf auf 27 Berufsfelder (per Verordnung des SPÖ-Sozialministers Alois Stöger im Dezember) und die von der Koalition geplante Umsetzung auf Basis von regionalen Daten würden in den kommenden fünf Jahren 150.000 Arbeitskräfte aus Drittstaaten wie Russland, der Ukraine oder der Türkei nach Österreich kommen, behauptete Kerns neuer Bundesgeschäftsführer, Max Lercher, in der vergangenen Woche.
„Arbeiterverrat“ und kaum überbietbare „Chuzpe“ nannte Lercher das in steirischer Holzhackermanier. „Ekelhaft und gefährlich“, antwortete die Chefin der kritischen SPÖ-Basisgruppe Sektion 8 auf den gezielt ausländerfeindlichen Unterton. Und der AMS-Chef, Johannes Kopf, ortete sanft ein „Missverständnis bei der SPÖ“, denn realistisch sei der Zuzug von „einigen Tausend pro Jahr“.

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