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Ägypten: Militär nimmt General fest, der Präsident werden will

Ex-Generalstabschef Sami Annan wurde vom Militär einbestellt.
Ex-Generalstabschef Sami Annan wurde vom Militär einbestellt.REUTERS
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General Sami Anan hatte angekündigt, gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi antreten zu wollen - offenbar ohne Erlaubnis des Militärs. Seine Kandidatur steht vor dem Aus.

Die ägyptische Armee untersucht eigenen Angaben zufolge ein mögliches Fehlverhalten des Präsidentschaftskandidaten Sami Annan. Der ehemalige Stabschef der Armee, der vor einigen Tagen seine Kandidatur bei der Wahl Ende März bekanntgegeben hatte, wurde laut einer Stellungnahme des Militärs im Staatsfernsehen für eine Befragung vorgeladen.

Grund dafür soll sein, dass Annan seinen Antritt zur Wahl ohne die nötige Erlaubnis des Militärs verkündet hatte. Möglicherweise wird er jetzt nicht zur Wahl in dem autoritär geführten Land zugelassen. Annans Mitarbeiter berichten von einer Festnahme in Kairo.

Der frühere Generalstabschef Annan hatte am Samstag auf Facebook seine Kandidatur bekanntgegeben, um das Land "vor falscher Politik" zu schützen. Er rief alle "zivilen und militärischen Institutionen" des Landes auf, "strikte Neutralität" im Wahlkampf zu wahren.

Der amtierende Präsident Al-Sisi war selbst General, als er im Jahr 2013 durch einen Militärputsch gegen den ersten frei gewählten Präsidenten Mohammed Mursi an die Macht kam. Mursi war vorgeworfen worden war, das Land islamisieren zu wollen. Al-Sisi legte nach der Vertreibung Mursis die Uniform ab und ließ sich plebiszitär zum Staatspräsidenten wählen. Erst am Freitagabend hatte er seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bekanntgegeben.

Die Präsidentschaftswahl beginnt am 26. März und dauert drei Tage. Kandidaturen können bis Ende Jänner eingereicht werden. Al-Sisi gilt als haushoher Favorit, weswegen keine ernsthaften Gegenkandidaturen erwartet werden. Mit Ex-Ministerpräsident Ahmed Shafik hatte Anfang Jänner einer der aussichtsreichsten Konkurrenten erklärt, dass er nicht antreten werde. Die "New York Times" meldete, Ägyptens Führung habe auf den 76-Jährigen Druck ausgeübt.

(APA/Reuters)

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