Elektrohändler Cosmos meldet Ausgleich an

Cosmos geht in Ausgleich
Cosmos geht in Ausgleich(c) Die Presse (Fabry Clemens)
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Der Elektrohändler Cosmos wird am Freitag Ausgleich anmelden. 200 der 1200 Mitarbeiter werden gekündigt. Das Unternehmen soll saniert und fortgeführt werden. Unrentable Filialen werden geschlossen.

In den vergangenen Wochen haben Cosmos-Eigentümer Harald Stauder, sein Geschäftsführer Robert Knobel und die Belegschaftsvertretung intensiv um eine Rettung des Unternehmens gerungen. Doch letztlich ist der verlustreiche Elektrohändler Cosmos bei der Suche nach einem finanzkräftigen Investor gescheitert. Cosmos wird daher am Freitag Ausgleich anmelden.

Zu der Kette gehören in Österreich 25 Filialen. Bereits das wichtige Weihnachtsgeschäft konnte nur über eine Zwischenfinanzierung aufrechterhalten werden.

Mit Passiva von 35 Millionen Euro ist das Unternehmen geringfügig buchmäßig überschuldet, so Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner. Von der Insolvenz betroffen sind 1200 Dienstnehmer - von denen 200 gekündigt werden sollen - und rund 800 Gläubiger. Das Unternehmen soll saniert und fortgeführt werden. Es ist geplant, unter anderem unrentable Standorte zu schließen: Davon sollen fünf Filialen betroffen sein.

Erst vergangenen Freitag war eine Frist abgelaufen, ohne dass Forderungen beglichen werden konnten, berichtet die "Wiener Zeitung" in ihrer Donnerstagausgabe. Laut der Zeitung hätten in den nächsten Wochen rund neun Millionen Euro für den Fortbestand der Kette aufgestellt werden müssen. In den Regalen ging die Markenware bereits aus – vor allem Lieferanten von Fernsehgeräten und Waschmaschinen stellten seit Wochen keine Produkte mehr zu.

Kreditversicherer zogen Notbremse

Anfang Jänner zog der wichtige Kreditversicherer Prisma die Notbremse. Seit damals werden keine Deckungen mehr übernommen. Versicherer Atradius hatte bereits im November 2009 von Versicherungsdeckungen der Cosmos-Lieferanten Abstand genommen. Versicherer Coface soll die Selbstbehalte für die Lieferanten auf teilweise bis zu 50 Prozent erhöht haben.

Cosmos war im November 2009 an die slowakische Gesellschaft Nove-K, die den Tiroler Brüdern Harald und Markus Stauder gehört, gegangen. Das Geschäftsjahr 2008 hat Cosmos mit einem Verlust von mehr als 11 Millionen Euro abgeschlossen. Der Umsatz belief sich auf 267 Millionen Euro.

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