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Autohandel fürchtet starken Anstieg bei Insolvenzen

Auto
(c) EPA (Federico Gambarini)

Der Autohandel wünscht sich eine Verlängerung der Verschrottungsprämie und einen Solidaritätsfonds. Für heuer wird mit 200 Insolvenzen gerechnet. Vor allem bei großen Unternehmen hat sich die Bonität verschlechtert.

Dank Verschrottungsprämie blickt der Kfz-Handel auf ein überraschend gutes Jahr 2009 zurück. 2010 erwarten die Händler allerdings einen starken Anstieg der Insolvenzen. Waren es im Vorjahr 175, sollen es heuer 200 sein, schätzt die Creditreform in Österreich.

Während 2009 die Unternehmensinsolvenzen über alle Branchen um gut 9 Prozent zulegten, gab es im Kfz-Handel "nur" einen Anstieg von 4,2 Prozent. 2010 wird von der Creditreform ein Plus von 12 Prozent erwartet. Im Vorjahr machten knapp die Hälfte der insolventen Unternehmen Umsatzrückgänge für ihre Probleme verantwortlich. Nur bei knapp jeder zehnten Firma waren es Forderungsausfälle und Liquiditätsengpässe. Lediglich 4 Prozent der Autohändler nannten als Problemverursacher eine zu geringe Eigenkapitaldecke.

Bonität bei großen Unternehmen schlechter

Insbesondere bei den großen Unternehmen hätte sich die Bonität verschlechtert, obwohl sie im Regelfall noch immer besser ist als bei Kleinbetrieben, so Creditreform-Chef Rainer Kubicki.

Dass sich nun die Verschrottungsprämie aus dem Vorjahr rächt, lässt Burkhard Ernst, Obmann des Wiener Fahrzeughandels, nicht gelten. Dass 2009 das zweitbeste Autojahr der Geschichte war, stimme so nicht. Von den 320.000 verkauften Autos des Vorjahres wurden demnach 280.000 tatsächlich verkauft, der Rest waren Kurzzulassungen und Exporte, so Ernst am Donnerstag vor Journalisten. Außerdem erinnerte er daran, dass durch die Verschrottungsprämie 145 Mio. Euro an Steuereinnahmen ins Budget flossen.

Handel will Solidaritätsfonds

Ernst wünscht sich, dass die sogenannte Ökoprämie auch 2010 ausbezahlt wird, dies wäre auch ein gewaltiger Vorteil für den Umweltschutz. Weiters fordert Ernst einen Vorsteuerabzug für Firmenfahrzeuge.

Wichtiges Anliegen von Ernst ist ein Solidaritätsfonds ähnlich wie es ihn in der Tabakbranche gibt. "Wir brauchen einen Solidaritätsfonds in der Autobranche, der in Schwierigkeiten gekommenen Händlern hilft", so Ernst. Demnach sollten Autohersteller und Importeure per Gesetz verpflichtet werden, 5 Prozent ihres Gewinns in einen Fonds einzuzahlen. Dieses Geld solle besonders für Stützung von kleiner, gesunder Händler eingesetzt werden, die durch die Kürzung der Kreditlinie durch die Banken ins Trudeln geraten sind.

(APA)