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Schon eine Zigarette pro Tag verkürzt das Leben

Die Annahme, wenig zu rauchen sei wie gar nicht rauchen, ist noch immer weit verbreitet und laut einer neuer Untersuchung falsch.
Die Annahme, wenig zu rauchen sei wie gar nicht rauchen, ist noch immer weit verbreitet und laut einer neuer Untersuchung falsch.Reuters
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Es bringt nichts, das Rauchen einzuschränken. Auch Gelegenheitsraucher schrauben ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod langfristig merklich hoch.

Schon eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall erheblich. Trotz der stark reduzierten Zigarettenzahl ist das Risiko noch etwa halb so groß wie bei Rauchern, die 20 Zigaretten am Tag konsumieren, berichten Forscher im "British Medical Journal". Es bringe nichts, das Rauchen einzuschränken. Raucher sollten ihr Laster stattdessen komplett ablegen.

Nicht wenige Menschen glaubten, dass es der Gesundheit nicht oder nicht so sehr schade, wenn man nur einige Zigaretten täglich rauche, schrieben die Forscher um Allan Hackshaw vom University College London in dem Fachartikel. Dass das nicht stimmt, ließen aber bereits einige kleinere Studien vermuten. Sie zeigten etwa, dass auch leichte Raucher ein stark erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen haben. Um dem genauer auf den Grund zu gehen, hatten die Forscher nun insgesamt 141 Studien zum Thema ausgewertet, die zwischen 1946 und Mai 2015 veröffentlicht wurden.

Ex-Raucher verbessern ihre Lebenserwartung deutlich

Vor zwei Jahren brachte eine andere Studie des Nationalen Krebs-Instituts der USA (NCI, Hauptautorin war Maki Inoue-Choi) ähnliche Ergebnisse hervor. Für eine Analyse wurden 2016 Daten von über 290.000 zum Studienstart 59 bis 82 Jahre alter Amerikaner ausgewertet, die 2004/05 zu ihrer Rauchhistorie befragt wurden. Darunter waren gut 22.000 Raucher, 156.000 Ex-Raucher und 111.000 lebenslange Nichtraucher. Rund 1500 der Raucher konsumierten im Mittel seit jeher ein bis zehn Zigaretten pro Tag. Lebenslang weniger als eine Zigarette war es bei 159 Befragten. Nach der Befragung wurde der Gesundheitszustand der Teilnehmer fortlaufend bis 2011 erfasst. Mehr als 37.300 von ihnen starben in diesem Zeitraum.

Für Menschen, die langfristig ein bis zehn Zigaretten täglich rauchten, lag die Gefahr, früher zu sterben, um 84 Prozent höher als bei lebenslangen Nichtrauchern, erklärten die NCI-Wissenschaftler. Von den 111.473 berücksichtigten lebenslangen Nichtrauchern starben demnach 9821 (neun Prozent) an Krebs, Herz-Kreislauf- oder Lungenkrankheiten. Bei den eine bis zehn Zigaretten pro Tag rauchenden Teilnehmern waren es 232 der 1493 Teilnehmer (16 Prozent). Eine häufige, aber nicht die einzige Todesursache war demnach Lungenkrebs. Ex-Raucher verbesserten ihre Lebenserwartung umso mehr, je früher sie das Rauchen aufgegeben hatten.

 

(APA/dpa/Red.)