Filmtipps

Von "Fargo" bis "Frozen": Die besten Winterfilme auf Netflix, Amazon & Co.

Immer noch Kult: Der frostige Film „Fargo“ mit Frances McDormand.PolyGram

Vom frostigen Drama bis zum herzerwärmenden Märchen: Wir empfehlen fünf Filme für kalte Winterabende und verraten, wo man sie streamen kann.

Straßensperren, Kälterekorde, Lawinengefahr: Aktuell sind Schnee-Schlagzeilen eher trist. Im Film hingegen stellt der Winter vor allem ein spannendes Stilmittel dar, wie unsere Empfehlungen zeigen:

Fargo (1996)

Schnee, Schnee, Schnee, soweit das Auge reicht. Das kann im Kino eigentlich nur Zweierlei bedeuten. Entweder: „White Christmas“, Geborgenheit, der Zauber flauschiger Winterwunderländer. Oder: Unwirtliche Eiswüsten, soziale Kälte, emotionale Vergletscherung. „Fargo“ – der Film, mit dem die Coen-Brüder ihren Platz im postmodernen Neunziger-Regiepantheon zementierten – fällt eindeutig in die zweite Kategorie. Ein frostiger Wind weht hier durch den Mittleren Westen der USA (Hauptschauplatz ist übrigens gar nicht die titelgebende Stadt in North Dakota, sondern Minnesota). Nur das weiße Rauschen der Fernsehgeräte trägt etwas Wärme in die Seelen. Leider ist dort kein Platz mehr dafür. Die Leute sind zu sehr damit beschäftigt, ihre Ehepartner von Kleinkriminellen entführen zu lassen. Oder ihre „partners in crime“ in den Gartenschredder zu stopfen. Die sardonische Coen-Vision einer Durchschnitts-Menschheit, die zu dämlich und herzlos zum Leben ist, ist hier auf den Punkt gebracht. Immer noch Kult, auch dank des großartigen Ensembles – vor allem Frances McDormand, die für ihre Glanzrolle als Ermittlerin Marge Gunderson einen Oscar erhielt; Dank „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ könnte bald der nächste folgen.

Zu sehen auf Netflix und Amazon

 

Frozen – Eiskalter Abgrund (2010)

Schifoan is' des Leiwandste – es sei denn, man kommt gar nicht auf der Piste an. Sondern bleibt buchstäblich im Sessellift hängen. Für fünf Tage. Bei Tiefkühltruhentemperatur. So ergeht es drei Studenten in Adam Greens Survival-Horrorfilm „Frozen“, der mit dem gleichnamigen Disney-Musical (siehe rechts) genau gar nichts zu hat, sondern ein ebenso unwahrscheinliches wie alptraumhaftes Suspense-Szenario bis zum absoluten Nullpunkt auskostet. Nicht genug, dass das Trio feststeckt – hinzu kommen alle erdenklichen Winter-Unbilden: Schneestürme, Frostbeulen, sogar eine Wolfsmeute. Mehr als einmal überschreitet Green die Grenzen der Glaubwürdigkeit – doch die Spannung hält er bis zuletzt.

Zu sehen auf Amazon

 

Manchester by the Sea (2016)

Der Wechsel der Jahreszeiten gehört zu den wohlfeilsten aller Kinometaphern. Umso beachtlicher, wenn ein Regisseur es schafft, sie wirkungsvoll und unaufdringlich zum Einsatz zu bringen. Kenneth Lonergans feinfühliges Familiendrama über den traumatisierten Hausmeister Lee (Casey Affleck), der die Vormundschaft seines Teenager-Neffen Patrick (Lucas Hedges) übernimmt, reibt einem nicht unter die Nase, dass er im Winter beginnt und im Frühling endet. Schleichend zieht das Tauwetter ins Land, Szene für Szene schmelzen die Schneewehen dahin. Parallel zur stetigen Öffnung Lees gegenüber seinem fordernden Mündel. Dass sich ihre Konflikte nie komplett auflösen, macht den Film nur spannender.

Zu sehen auf Sky

 

Und täglich grüßt das Murmeltier (1993)

Dass der Comedy-Klassiker „Groundhog Day“ nach einem sonderbaren Fixpunkt des amerikanischen Kulturkalenders benannt ist, an dem ein Murmeltier als meteorologisches Orakel dient – das wissen wohl die meisten. Weniger präsent ist, dass es sich bei der Komödie um einen astreinen Winterfilm handelt. Der Tag, den der Fernsehreporter Phil (Bill Murray am Zenit seines Erfolgs) zu seinem steigenden Leidwesen immer wieder aufs Neue durchleben muss, ist nämlich ein kalter 2. Februar. Ein Schneesturm hindert ihn daran, das öde Kaff Punxsutawney zu verlassen, an einer Stelle werden Eisskulpturen geschnitzt – und in der herzerwärmende Schlussrede bemüht Phil sogar Winterdichter Anton Tschechow.

Zu sehen auf Amazon

 

Frozen (Die Eiskönigin - Völlig unverfroren, 2013)

Hans Christian Andersens Kunstmärchen „Die Schneekönigin“ wurde oft verfilmt – Lew Atamanows Sowjet-Fassung von 1957 zählt zu den schönsten Werken des Animationskinos. Doch keiner Adaption war ein derart durchschlagender Erfolg beschieden wie der lose auf Andersen fußenden Disney-Produktion „Frozen“. Dass sie Kritik und Publikum für sich gewinnen konnte, lag an einer widersprüchlichen Strategie: Auf der einen Seite stand die Rückkehr zu den Disney-Wurzeln – der Einbettung von leichtfüßigem Humor, großen Gefühlen und mitreißenden Musicaleinlagen in einem Märchenstoff über Prinzessinnen und Zauberei. Gleichzeitig erlaubte man sich eine clevere Modernisierung: Der Prinz erweist sich (Achtung, Spoiler!) als hinterlistiger Halunke, und im Kern geht es um die Beziehung zwischen zwei Schwestern, die ihre Streitigkeiten beilegen müssen, um der konservativen Gesellschaft ein Schnippchen zu schlagen. Der Film traf einen Nerv, sein tragender Song „Let It Go“ entwickelte sich zum überstrapazierten Karaoke-Standard, und die Hauptfiguren Anna und Elsa schmücken inzwischen Schultaschen, Plastikbecher und Badeschlapfen auf der ganzen Welt: Ende gut, alles gut.

Zu sehen auf Netflix

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