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3-faltig: Drehstart im Salzkammergut

(c) APA (Petro Domenigg)
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Vielfilmer Harald Sicheritz dreht seit einigen Tagen sein neuestes Werk, „3faltig“, mit Roland Düringer. Diese Woche lud er zur Drehbeginnparty.

Es wird kein Wellnessurlaub für Christian Tramitz, Matthias Schweighöfer und Roland Düringer: Obwohl die Hauptdarsteller im neuen Film von Regisseur Harald Sicheritz derzeit im Viersterne-Thermenhotel Royal Bad Ischl residieren, bleibt keine Zeit für ausgedehnte Saunagänge.

Stattdessen sorgen lange Drehtage im winterlich kalten Salzkammergut für die offensichtliche Müdigkeit der Mannschaft. „3faltig“ heißt die Komödie aus der Feder von Christian Tramitz, Murmel Clausen und Hermann Bräuer, die den Schauspielern schon zu Drehbeginn diese Woche vieles abverlangt. Früher als seine Kollegen zog sich deshalb der deutsche Schauspieler Matthias Schweighöfer von der Drehbeginnparty zurück, die die Produktionsfirma MR Film/Falcom Media für das Filmteam, aber vor allem für Medienvertreter im Hotel Royal schmiss.

Der 28-Jährige ist derzeit mit „Friendship“ in den Kinos zu sehen und blickt bereits auf eine erstaunliche Karriere zurück: Er verkörperte unter anderem Friedrich Schiller im gleichnamigen Film oder den jungen Marcel Reich-Ranicki in „Mein Leben“. An der Seite von Comedian und Hörbiger-Neffe Tramitz, der in „3faltig“ den Heiligen Geist Hage verkörpert, versucht Schweighöfer als Gottes Sohn Christl, die drohende Apokalypse abzuwenden.

An Tramitz bewundert der junge Vater einer 2009 geborenen Tochter „das Timing und den Umgang mit situativer Komik. Ich kann viel von ihm lernen.“ Tramitz („Der Schuh des Manitu“, „Traumschiff Enterprise“) wiederum bewundert an seinem Kollegen die ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion: das mache einen guten Schauspieler aus. Zuletzt standen die beiden für den zweiten Teil des Til-Schweiger-Blockbusters „Keinohrhasen“ vor der Kamera.


Offensichtlich herrscht zwischen den Schauspielern auch am österreichischen Set bestes Einvernehmen, gerade was den Humor betrifft. Dies führte – im Traktor, auf einem verschneiten Ebenseer Acker, Schweighöfer mit brünetter Langhaarperücke (Johnny Depp sei nichts dagegen, meint Tramitz) – zu einem Lachanfall der beiden, der für die Crew einen noch längeren Aufenthalt in der Kälte bedeutete. Doch die ist ohnehin schon einiges gewohnt. Der Drehstart stand offenbar unter keinem guten Stern: Erst gab es zu wenig Schnee, den ein wohlmeinender Landwirt vorsorglich wegschaufelte und der dann mühsam wieder an Ort und Stelle verfrachtet werden musste, dann fror der Kran ein, auf dem der Kameramann für Stunden auf 40 Metern Höhe festsaß, und zu guter Letzt wurde auch noch der Seitenspiegel eines teuren Jaguars ruiniert. Bisher liegt man jedoch noch im Zeit- und Budgetplan: Drei Mio. Euro soll die Komödie rund um Gott Vater, Gott Sohn und den Heiligen Geist kosten, am 16.Dezember diesen Jahres soll sie in den Kinos zu sehen sein.

Keinen klassischen Proleten, sondern einen zurückgezogen lebenden, psychopathischen Go-go-Bar-Besitzer gibt darin Roland Düringer alias Friedl. Der diabolische Konterpart des heiligen Duos trinkt Stutenmilch, trägt Lackschuhe, fährt Jaguar und hat seine Finger im Spiel, als der Untergang der Welt naht.

Allerdings sei diese Vorstellung nichts Tragisches, sagt Düringer: „Es kann nichts aufhören in diesem Universum. Vielleicht ist die Erde ja auch nur eine Strafkolonie, wo alle, die sich irgendwo anders etwas zuschulden kommen lassen, landen. Oje, leider: 80 Jahre Erde ausgefasst.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2010)