Cosmos hat den Ausgleich beantragt. 195 Mitarbeiter müssen sofort abgebaut werden, außerdem werden fünf Filialen aufgegeben. Die Gläubiger sollen mindestens 40 Prozent ihrer Forderungen erhalten.
Die Elektrohandelskette Cosmos schlittert wie erwartet in die Insolvenz. Am Freitag wurde der Ausgleich beantragt, über den sich das Unternehmen entschulden will. Laut Ausgleichsantrag sollen 195 der derzeit 1160 Mitarbeiter abgebaut und fünf der 27 Filialen zugesperrt werden, wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) mitteilte. Cosmos ist mit rund fünf Millionen Euro überschuldet: Aktiva von 34,3 Millionen Euro stehen Passiva von 39,5 Millionen Euro gegenüber. Den Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent geboten, zahlbar binnen zwei Jahren.
Kein Investor gefunden
Seit Monaten wurde bei Cosmos ums Überleben gekämpft; die Elektrohandelskette braucht dringend einen Investor. Nun hofft man, dass ein solcher nach einer Entschuldung durch den Ausgleich leichter aufzuspüren ist.
Erst Ende 2009 hat sich das Tiroler Brüderpaar Harald und Markus Stauder über eine slowakische Gesellschaft bei Cosmos eingekauft. Sie sollen auch Bankverbindlichkeiten in – dem Vernehmen nach – zweistelliger Millionenhöhe übernommen haben.
Jänner-Gehälter nicht mehr ausgezahlt
Als Insolvenz-Ursache nennt Cosmos in ihrem Ausgleichsantrag, dass nach "erheblichen" Umsatzrückgängen bereits im Jahr 2008 auch das Jahr 2009 "deutlich schlechter als geplant" verlaufen sei. Die Gehälter für die Mitarbeiter wurden demzufolge noch bis inklusive Dezember bezahlt, die Jänner-Gehälter nicht mehr, wie der Leiter der KSV-Insolvenzabteilung, Hans-Georg Kantner, sagte.
Kantner geht davon aus, dass wie bei den meisten Ausgleichen üblich auch Cosmos den Gläubigern möglicherweise mehr zahlen wird als die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent. Diese Quote wird laut Kantner von Cosmos für die 24,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten geboten. Von der Insolvenz sind neben den Dienstnehmern zirka 630 Gläubiger betroffen, zum größten Teil Lieferanten. Forderungen sind bis 10. März anzumelden. Für 24. März ist die Ausgleichstagsatzung anberaumt.
Am Ende nur noch Barzahlungsgeschäfte
Cosmos hatte zuletzt offenbar keine Bank, die einen Betriebsmittelkredit finanziert hätte, sondern verfügte laut Medienberichten nur über Cash-Guthaben auf Girokonten. "Cosmos hat derzeit keinen Kontokorrentrahmen. Wenn ein Handelsbetrieb nur noch Barzahlungsgeschäfte zur Bestückung des Sortiments machen kann, dann läuft das auf Zahlungsunfähigkeit hinaus", wird Cosmos-Anwalt Alexander Isola im "WirtschaftsBlatt" am Freitag zitiert.
Der Elektrohändler wurde 1987 gegründet und hatte sich bis zur Nummer zwei im Bereich des Einzelhandels von Elektronikartikeln in Österreich nach vorn gearbeitet, nach Saturn/Mediamarkt. Derzeit beläuft sich der Marktanteil laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) auf neun Prozent. Letztlich habe der hohe Wettbewerbsdruck durch den Marktführer Mediamarkt/Saturn sowie der Preisverfall im Bereich der Unterhaltungselektronik generell zu erheblichen Umsatzrückgängen geführt, so der AKV am Freitag.
(Ag. )