Pizzicato

Die Brüsseler Fondue-Affäre

Rund um das Schweizer Nationalgericht begann dieser Tage in Brüssel sich eine Affäre zu ranken.

„In der Schweiz“, räsoniert Orson Welles in „Der Dritte Mann“, „hatten sie brüderliche Liebe, sie hatten 500 Jahre Demokratie und Frieden – und was hat das hervorgebracht? Die Kuckucksuhr.“ Und nicht nur das, auch das Käsefondue reiht sich (neben dem Alphorn, dem anonymen Nummernkonto und dem Kräuterbonbon) in die eidgenössische Ruhmeshalle ein. Rund um dieses Nationalgericht (genauer: eine vakuumverpackte Fertigration Schmelzkäse) begann dieser Tage in Brüssel sich eine Affäre zu ranken, deren Brisanz an Watergate heranreichen dürfte.

Es begab sich, dass eine Schweizer Kollegin einem Landsmann ein Fertigfondue mitbrachte. Die Übergabe wurde terminlich verunmöglicht, und so deponierte sie die Schachtel in einem jener elektronisch gesicherten Schließfächer des Ratsgebäudes, in denen Journalisten technisches Gerät kurzfristig lagern können. Tags darauf war dieses leer. Vom Fondue keine Spur. Der Sicherheitsdienst des Rates wusch seine Hände in Unschuld. Wer hatte den Käseblock geklaut? Ein schlimmer Verdacht: Tags darauf streckte eine Magen-Darm-Grippe Kommissionspräsident Juncker nieder. Hatte gar er . . .? Und wollte er mit dem Einbruch ablenken, Zwietracht im Rat, unter den Regierungen säen? Die Sache stinkt gewaltig – und nein, nicht nach Emmentaler und Gruyère. (go)

Reaktionen an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2018)

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