Der rasante Höhenflug von Apple-Zulieferer ams AG

Alexander Everke, ams-Vorstandsvorsitzender, dirigiert einen Weltkonzern mit rund 11.000 Mitarbeitern.
Alexander Everke, ams-Vorstandsvorsitzender, dirigiert einen Weltkonzern mit rund 11.000 Mitarbeitern.

Sieger Kategorie Wertsteigerung Die steirische ams AG wurde mit dem ALC Award für die höchste Wertsteigerung ausgezeichnet.

Die ams AG aus Premstätten ist derzeit nicht zu stoppen: Die Aktie des früher als austriamicrosystems bekannten steirischen Sensor- und Chiphersteller war im Vorjahr ein Highflyer an der Börse und schickt sich nach einer Korrektur nun gerade wieder an, zum Höchststand vom Herbst zurückzukehren. Allein zu Wochenanfang führte die Ad-hoc-Vorausankündigung der ams-Umsatzzahlen für das Jahr 2017 innerhalb kurzer Zeit zu einem Kursfeuerwerk. Die in Zürich notierte ams-Aktie verteuerte sich sogleich um 24 Prozent.

Umsatzsprünge

Die am Montag mitgeteilten Daten des Unternehmens beschränkten sich auf ein paar wenige Zeilen, aber diese waren ganz nach dem Geschmack der Anleger: „Mit einem Umsatzanstieg im vierten Quartal 2017 von 252 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielte ams 2017 einen Rekordwert des Jahresumsatzes von 1.063,8 Millionen Euro – das ist ein Anstieg um 93 Prozent gegenüber 549,9 Millionen Euro im Vorjahr“, ließ der Konzern wissen.

Es bleibt aber nicht nur bei einem Rekordquartal: Die ams-Umsatzwachstumserwartung für den Zeitraum von 2016 bis 2019 wurde auf 60 Prozent durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) angehoben – verbunden mit dem Ziel einer bereinigten Ebit-Marge von 30 Prozent ab 2019.

Dieser starke Anstieg, der in einer Umsatzerwartung für 2019 von mehr als 2,2 Milliarden Euro resultiert, beruhe laut Unternehmensinformation vor allem auf einer Reihe von Wachstumsmöglichkeiten in der Umsatzpipeline für Smartphone- und Consumer-Anwendungen. Dies umfasst unter anderem Programme in 3-D-Sensorik, optischer und Spektralsensorik sowie Wachstumsbeiträge aus dem Automotive-, Industrie- und Medizintechnikgeschäft.

Rallye seit fünf Jahren

Der unmittelbare Kursanstieg der Aktie und die Wertsteigerung des weltweit agierenden Anbieters von hochwertigen Sensorlösungen ist aber keine Momentum-Erscheinung – denn allein in den vergangenen zwölf Monaten stieg der ams-Kurs um sagenhafte 169 Prozent auf aktuell rund 90 Schweizer Franken, womit die ams heute mit einem Börsewert von rund acht Milliarden Euro eines der wertvollsten österreichischen Börsenunternehmen ist.

Die Rallye hat schon vor rund fünf Jahren begonnen. Wer dabei war – und auch in den durchaus ruppigen Zeiten Ruhe bewahrte –, darf sich heute über ein Kursplus von rund 300 Prozent erfreuen. Vor allem 2016 war es bei den Steirern ziemlich stürmisch: So drückte damals die gedämpfte Nachfrage von ams-Topkunden wie Apple und Samsung Umsatz und Gewinn kräftig nach unten. Und dann galt es für den ams-Vorstand auch noch, die Übernahme von Heptagon Advanced Micro-Optics mit Sitz in Singapur zu stemmen. Für den weltweit führenden Anbieter von Hochleistungstechnologien für optisches Packaging und Mikrooptik zahlte die ams rund 850 Millionen Euro in zwei Tranchen.

Goldene Zeiten

Ein Investment, das sich für den weitsichtigen ams-CEO, Alexander Everke, aber damals schon auszahlte. Nach dem „Transformationsjahr 2016“ – neben der Heptagon wurden drei weitere kleine Unternehmen gekauft – sah Everke für 2017 generell ein „hohes Wachstumspotenzial“ für den Jahresumsatz. Das exakte Ergebnis liegt Anfang Februar vor – aber angekündigt ist, wie bereits erwähnt, nicht nur ein Rekordumsatz, sondern auch das Überspringen der Umsatzmilliarde.

Die ams hat heute weltweit rund 11.000 Beschäftigte, die in 21 Designcentern in Europa, Asien und der USA sowie in 16 Verkaufsniederlassungen beschäftigt sind. Der steirische Konzern ist Partner für mehr als 8000 Kunden. Die Produkte von ams werden in Anwendungen eingesetzt, die höchste Präzision, einen weiten Arbeitsbereich und äußerst niedrigen Stromverbrauch erfordern. Das Produktportfolio umfasst Sensorlösungen, Sensor-ICs, Schnittstellen sowie die damit verbundene Software für Kunden auf den Märkten Consumer, Mobilkommunikation, Industrie, Medizintechnik und Automotive.

Vor nächstem Sprung

Durch das rasante Wachstum und die Kursexplosion steht dem steirischen Sensor- und Chiphersteller vielleicht schon bald an der SIX, der Swiss Exchange in Zürich, wo die erfolgreiche Aktie notiert, der nächste Sprung bevor. Laut der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“ hat die ams AG Chancen, im September 2017 in den Swiss Leader Index (SLI) der 30 liquidesten und größten Titel aufgenommen zu werden. Damit stünden die Österreicher noch stärker im Fokus der Fonds und großen Investoren.

Am Dienstag hat die Credit Suisse das Kursziel von 125,0 auf 140,0 Franken angehoben. Auch wurde das Kaufvotum „Outperform“ bestätigt.


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