In "Willkommen Österreich" konnte man am Dienstag Peter Klien, frech wie immer, am Landesparteitag der SPÖ sehen. Am selben Abend war er in der "Millionenshow" zu Gast.
Peter Klien ist immer für eine Überraschung gut. „Es ist heute zum allerersten Mal in der Geschichte der Wiener SPÖ, dass es bei einer Vorsitzendenwahl zwei Kandidaten gibt. Was soll das werden? Demokratie?“ So fragte er am Landesparteitag der Wiener SPÖ eine unbedarfte ältere Dame.
Klien lockt im Idealfall völlig ahnungslose Interviewpartner in die Direktheitsfalle. Was immer schwieriger wird, denn inzwischen kennt man ihn. Seine rotzig-frechen Fragen sind aber auch lustig, wenn sie humorvoll gekontert werden. Nur auf Gesprächspartner, die angestrengt versuchen, witzig zu sein, weil sie wissen, dass Humor im Allgemeinen gut ankommt, könnte man gern verzichten. Was jeder weiß, der sich Klien bewusst stellt.
Es bewahrt aber nicht alle davor, in diese Falle zu tappen. Die Eigenwahrnehmung, was Witz und Spontanität betrifft, geht eben nicht immer mit der Fremdwahrnehmung einher. Christian Kern, dem gern Schlagfertigkeit unterstellt wird, musste auch noch eine weitere Facette der Klienschen Fragen erfahren: Man kann nicht über alles witzeln.
Als SPÖ-Chef zumindest. Kliens Statement, mit dem er am Parteitag Kern konfrontierte: „Die SPÖ warnt jetzt vor Überfremdung. Darf ich Ihnen gratulieren: Sie haben im Kampf um die Themenführerschaft im Land den dritten Platz belegt“ dürfte ihm wenig gefallen haben. Er beantwortete es mit einer etwas seltsamen Mischung aus freundlichem Lächeln und unfreundlichen Worten. Tja, Klien macht es niemandem leicht.
Armin Assinger war das alles offenbar sehr bewusst, als er auf ihn traf. Die Promi-Millionenshow wurde gestern Abend im ORF kurz vor dem Klien-Besuch bei der SPÖ gezeigt. Obwohl der „Reporter ohne Grenzen“ ohnehin sichtlich in Frieden gekommen war („schließlich geht es um eine gute Sache“), war Assinger die Angst vor einem Fauxpas anzumerken. „Ich möchte nicht in deine Fänge geraten“, sagte der Moderator. Nun ja. Wer möchte das schon. Klien wirkte als Befragter bei der Millionenshow dagegen sehr souverän. Er zeigte seine klassische Bildung, erspielte zwar nur 15.000 Euro, schlug sich aber gut. Irgendwie auch schade, eigentlich: Peter Klien ist doch nicht immer für eine Überraschung gut.
(rovi)