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Migration: EU-Zuwanderer besser einbinden

(c) Regina Pöll
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Die Kommission schlägt ein 28-Punkte-Programm zur Migration vor. Die Stadt müsse die Potenziale von Migration erkennen, der Wettbewerb um Spitzenkräfte wird stärker.

WIEN (stög.). Die Wiener Zuwanderungskommission (WZK) präsentierte am Freitag die Ergebnisse ihrer Überlegungen zu Herausforderungen im Migrationsbereich der nächsten zehn Jahre. Zentrale Aussage des in 28Punkte gegliederten Programms: In Wien wird die Bedeutung der Zuwanderung aus den EU-Staaten zunehmen. Die Migration aus Drittstaaten wird hingegen stagnieren. Daher müsse man künftig der EU-Binnenmigration eine höhere Aufmerksamkeit widmen, fordern die Experten.

„Durch diese verstärkte Migration verändert sich das Anforderungsprofil in Beratung und Information aber auch im Schul-, Gesundheits- und Wohnungswesen“, meinte Eugen Antalovsky, Organisator der WZK. Darauf müsse die Stadt Wien jetzt reagieren. Im Jahr 2008 zogen 20.200 Bürger aus EU-Staaten nach Wien. Aus europäischen Nicht-EU-Staaten (etwa der Türkei oder Serbien) ließen sich 2008 lediglich 12.100 Menschen in Wien nieder. Der größte Teil der „Zuwanderer“ stammt allerdings aus Österreich selbst: 2008 zogen 26.500 Österreicher aus den Bundesländern nach Wien.

Die Stadt müsse die Potenziale von Migration erkennen. Und die zunehmende Internationalität für Wirtschaftsbeziehungen nützen, sagte Antalovsky. Empfohlen werden unter anderem Investitionen in den Bereich Bildung und in Unternehmer mit Migrationshintergrund und Neowiener, die den Ein- oder Aufstieg noch nicht geschafft haben. Außerdem soll Wien die Orientierung für Neuankommende erleichtern und Informationen über Wiens Arbeitsmarkt in relevanten EU-Ländern verbreiten.

 

Image der Stadt verbessern

Die WZK weist auch darauf hin, dass die globale Mobilität von Hoch- und Höchstqualifizierten in den nächsten zehn Jahren weiter zunehmen wird. „In diesem Segment sind vor allem vereinfachte, unbürokratische Zuwanderungsregelungen von zentraler Bedeutung.“ Auch das Image der Stadt als weltoffene, liberale und internationale Metropole müsse „stabilisiert und verbessert“ werden, heißt es in dem Bericht. Angesprochen darauf, wie nun die Ergebnisse künftig in die Stadtpolitik einfließen werden, meinte Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SP), am wichtigsten seien für sie verstärkte Sprachförderung für Frauen und die Unterstützung beim Berufseinstieg für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Die WZK wurde im Mai 2009 von SPÖ, ÖVP und den Grünen eingesetzt, sie besteht aus 20 ständigen Mitgliedern. Die FPÖ lehnte die Mitarbeit ab. Antalovsky forderte, dass ein ähnliches Gremium auch auf Bundesebene geschaffen wird. Die WZK leiste einen „Beitrag zur Versachlichung der Migrationsdiskussion im Wahljahr“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2010)