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Europas größter Energiekonzern dreht Bitcoin-Mining den Strom ab

AFP (GEOFFROY VAN DER HASSELT)
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Der Energieriese Enel hat keinerlei Interesse daran, Strom für die Produktion von Kryptowährungen zu liefern. Auch China will der Branche den Strom abdrehen. Der Bitcoin-Preis fällt flott Richtung 9000 Dollar.

Der größte europäische Energiekonzern Enel hat die nach billigem Strom gierenden Bitcoin-Schürfer abblitzen lassen. Enel habe keinerlei Interesse daran, Strom für die Produktion von Kryptowährungen zu liefern, teilte die italienische Firma am Donnerstag mit. Das Thema sei intensiv analysiert worden. Das Bereitstellen von Strom für dieses sogenannte Mining passe aber nicht in die Geschäftsstrategie von Enel.

Um die größte und bekannteste Cyberdevise Bitcoin herzustellen ist es notwendig, dass Hochleistungscomputer den ganzen Tag lang komplexe Algorithmen berechnen. Einige Experten schätzen, dass dabei in einem Jahr so viel Strom verbraucht wird, wie das Land Dänemark im gleichen Zeitraum benötigt. Die Regierung Chinas, wo sich zahlreiche Rechenzentren für das Mining befinden, will der Branche den Strom abdrehen.

Brancheninsidern zufolge sind deshalb viele Unternehmen auf der Suche nach neuen Stromquellen und nähmen vor allem die skandinavischen Länder ins Visier. Dort ist der Strom viel günstiger als etwa in Deutschland, viel Energie wird mit Wind und Wasser produziert. Auch Stromlieferanten in Übersee stehen hoch im Kurs. Die kanadische Energiefirma Hydro Quebec erklärte kürzlich etwa, sie erhalte täglich Dutzende Anfragen, könne den Bedarf an Strom für das Kryptowährungs-Mining aber nicht decken.

Bitcoin auf Talfahrt

Bitcoin sind seit dem vergangenen Jahr in aller Munde. Der Preis für die seit 2009 existierende Cyberdevise sprang von knapp 1000 Dollar auf zeitweise fast 20.000 Dollar nach oben. Am Donnerstag Nachmittag kostete ein Bitcoin nach Tagesverlusten von mehr als acht Prozent rund 9100 Dollar, so wenig wie zuletzt Ende November 2017 - und nur noch halb so viel wie vor sieben Wochen.

Auch andere Kryptowährungen sind auf Talfahrt. Ripple und Litecoin etwa büßen mehr als zehn Prozent ein. Immer mehr Banker, Notenbanken und Aufsichtsbehörden warnen inzwischen vor Investitionen in die bislang unregulierte Branche. 

Bitcoins verbrauchen mehr Strom als Argentinien

(Reuters)