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Israelischer Abgeordneter Glick trifft Strache und Kneissl

Jehuda Glick (52)
Jehuda Glick (52)APA/EPA/MIRI TSACHI
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Der rechte Abgeordnete Jehuda Glick kommt auf Einladung Vizekanzler Straches und Außenministerin Kneissls als erster Politiker aus Israel Wien besuchen.

Wien/Tel Aviv. Österreich dürfte in Kürze erstmals seit Amtsantritt der neuen Regierung einen Besuch eines amtierenden Politikers aus Israel erhalten: Wie israelische Medien berichten, soll Jehuda Glick, Abgeordneter der rechtsgerichteten Likud-Partei, in etwa zwei Wochen nach Wien reisen. Er sei, so die „Haaretz“, von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) sowie von Außenministerin Karin Kneissl eingeladen worden. Die "Presse" erfuhr davon schon am Wochenende. Strache-Sprecher Martin Glier bestätigte am Montag den 13. Februar als Termin. Über den Inhalt des Treffens könne er noch nichts sagen.

Gegenüber der Zeitung gab Glick, ein orthodoxer Rabbiner und Fremdenführer, der 1965 in den USA geboren worden war und als Kind mit seinen Eltern nach Israel zog, nichts Näheres zu Motiv und Genesis seiner Wien-Reise an. Er schrieb demnach allerdings auf Twitter, er sei glücklich, mit Strache einen der ältesten Freunde Israels in Europa zu treffen.

Glick trifft auch Kneissl

Einen "Höflichkeitsbesuch" will Glick auch Außenministerin Kneissl abstatten, bestätigte Sprecherin Elisabeth Hechenleitner der Austria Presse Agentur. Der Knesset-Abgeordnete habe um ein Treffen angefragt, dabei dürfte es um ein "reines Kennenlernen" gehen. Ob das Gespräch am 12. oder 13. Februar stattfinden wird, konnte Hechenleitner am Montag noch nicht sagen.

Hohe Politiker aus Israel haben offizielle Kontakte zur neuen Regierung bisher gescheut, wiewohl es in Israel heißt, man werde eine ordentliche Arbeitsbeziehung mit Wien beibehalten. Die „Haaretz” spricht von der FPÖ übrigens als „Partei mit Naziwurzeln“, und dass es Kritik an der Reise gebe: Seitens des Parteienbündnisses Zionistische Union werde Glick vorgeworfen, er beleidige die Opfer und Überlebenden des Holocausts.

Aktivist auf dem Tempelberg

Jehuda Glick, der seit dem Jahr 2014 in der Knesset ist, ist Chef der Haliba, einer Dachorganisation diverser Vereine, die freien Zugang für Juden zum Tempelberg fordern, wo sich die al-Aqsa-Moschee befindet. Anders als für Moslems und Christen ist der Zutritt für Juden dort nur begrenzt möglich. Als Fremdenführer hat Glick wiederholt jüdische Gruppen in das Areal geführt und dort oft Probleme bekommen und bisweilen Tumulte ausgelöst. Im Jahr 2014 wurde er von einem Palästinenser in Jerusalem auf offener Straße angeschossen.

(Red.)