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Prüfungsstress für Jus-Professoren

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Manche Professoren prüfen pro Semester höchstens 30 Studenten, andere dafür mehrere hundert. Besonders belastet sind unter anderem die Rechtswissenschaften.

Wien. Die Jus-Professoren schätzen die Lage an den Universitäten am schwierigsten ein: Laut einer Umfrage des Verbands der Professorinnen und Professoren sind drei Viertel der Juristen der Meinung, dass die Zahl der Studenten im Verhältnis zum vorhandenen Lehrpersonal zu hoch ist. Ähnlich sehen das auch die Sozialwissenschaftler.

Die Professoren dieser beiden Fachbereiche sind es auch, die tendenziell besonders viele Prüfungen abnehmen: 27 Prozent der Jus-Professoren prüfen laut Eigenangaben pro Semester mehr als 250 Studenten schriftlich, nochmals 20 Prozent mehr als 500. Bei den Sozialwissenschaftlern geben 21 Prozent an, dass sie mehr als 250 Prüflinge pro Semester haben und weitere 21 Prozent haben mehr als 500.

Quer über alle Fachrichtungen – befragt wurden 645 Professorinnen und Professoren – sieht die Lage nicht ganz so dramatisch aus. Die Arbeitsbelastung der Uni-Professoren ist demnach allerdings relativ unterschiedlich. Zwölf Prozent prüfen pro Semester höchstens 30 Studenten, bei annähernd gleich vielen sind es mehr als 500 (siehe Grafik). Gefragt wurde dabei nach schriftlichen Prüfungen inklusive Abschlussarbeiten, Seminararbeiten und Hausarbeiten, aber exklusive reiner Multiple-Choice-Tests.

In Natur- und Ingenieurwissenschaften kommen insgesamt 30 Prozent auf mehr als 250 Prüflinge pro Semester, in den Wirtschaftswissenschaften 28 Prozent. Besser sieht es in den Geistes- und Kulturwissenschaften aus: Dort prüfen 18 Prozent mehr als 250 Studenten pro Semester – mehr als ein Drittel der Professoren gibt an, pro Semester maximal 60 Prüflinge zu haben.

 

Das Verhältnis passt nicht

Über alle Fachbereiche sind zwei Drittel aller befragten Professoren der Meinung, dass die Anzahl der Studierenden im Verhältnis zu den Universitätslehrenden zu hoch ist. Die persönliche Betreuung der Studierenden sei aus diesem Grund nur eingeschränkt möglich. (beba)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2018)