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Lidl Deutschland tauscht den Chef aus

08 05 2017 Berlin GER Firmenschild des Discounters Lidl wird an der Fassade einer Filiale montie
Chefwechsel bei Lidl(c) imago/Frank Sorge (Foto: Frank Sorge)
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Vorstandsvorsitzender Marin Dokozic verlässt das Unternehmen nach nur zweieinhalt Jahren. Ihm folgt Matthias Oppitz nach.

Der deutsche Diskonter Lidl kommt nicht zur Ruhe. Nur zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt hat nun auch Deutschland-Chef Marin Dokozic das Unternehmen verlassen, wie Lidl am Dienstag mitteilte. Zuvor hatten die "Heilbronner Stimme" und die "Lebensmittel-Zeitung" darüber berichtet.

Nachfolger von Dokozic wird Matthias Oppitz, der mit sofortiger Wirkung die operative Verantwortung für das Deutschland-Geschäft übernimmt. Oppitz war bereits seit drei Jahren im internationalen Vorstand des Discounters. Davor hatte er Lidl Schweiz zwei Jahre lang verantwortet und dort für ein Umsatzplus gesorgt

Der Abgang von Dokozic, für den das Unternehmen keinen Grund nannte, ist die jüngste in einer ganzen Reihe von personellen Veränderungen beim Billiganbieter in Neckarsulm in jüngster Zeit.

Erst vor einem Jahr hatte der Lidl-Vorstandschef Sven Seidel seinen Platz geräumt. Grund für den Wechsel seien "unterschiedliche strategische Geschäftsauffassungen", hieß es damals offiziell. Ein halbes Jahr später nahm nach Angaben der "Lebensmittel Zeitung" auch der E-Commerce-Chef des Discounters seinen Hut.

Deutschland ist für Lidl nach wie vor der bedeutendste Markt. Zuletzt liefen die Geschäfte hier aber nicht mehr so glänzend wie gewohnt. War es Lidl in der Vergangenheit meist gelungen, stärker zu wachsen als Aldi, so haben sich die Rollen zuletzt vertauscht. Mit moderneren Läden, Markenlistungen im Sortiment und mehr Werbung steigerte Aldi zuletzt laut dem Marktforscher GfK seine Umsätze deutlich stärker als Lidl.

Konzern-Chef mahnt Kostenbewusstsein ein

Klaus Gehrig, der Chef der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, bemängelte auch bereits im vergangenen Jahr Fehlentwicklungen bei dem Discounter. So seien einige der neuen Läden viel zu aufwendig gebaut worden. Das passe nicht zu Lidl und rechne sich auch nicht. "Hier brauchen wir wieder mehr Kostenbewusstsein", verlangte Schwarz.

Auch die noch unter Seidel gestarteten Internetinitiativen des Discounters wurden nach dem Abgang des Managers wieder deutlich zurückgefahren. Lebensmittel verschwanden wieder weitgehend aus dem Lidl-Online-Angebot.

Interessant dürfte deshalb sein, was der neue Deutschland-Chef in diesem Bereich vorhat. Nach Unternehmensangaben soll Oppitz "das Thema E-Commerce mit dem Ziel einer stärkeren Verzahnung von stationärem und digitalem Geschäft weiter vorantreiben".

(APA/Reuters)