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Elon Musk bringt seine Tesla-Show ins All

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APA
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Der Jungfernflug der derzeit größten Weltraumrakete "Falcon Heavy" ist geglückt. Mit an Bord: ein roter Tesla. Doch es ist mehr als ein Marketing-Gag für den Elektroautobauer. Elon Musk sichert sich die Pole Position im Rennen ins Weltall.

Elon Musk macht die Raumfahrt wieder zum Spektakel. Am Dienstagabend schickte das Raumfahrtunternehmen SpaceX des 46jährigen Unternehmers erstmals erfolgreich die Superrakete "Falcon Heavy" ins All. Mit an Bord war Elon Musks rotes Tesla-Cabrio, das nun im Solarsystem herumkreisen soll. Ein Meisterstück in Sachen PR für den kalifornischen Elektroautobauer. Die Bilder vom Tesla im All werden Aktionäre bei der heutigen Tesla-Hauptversammlung wohl ruhigstellen, sollten sie sich darüber beschweren, dass die Autoproduktion auf der Erde nicht so rund läuft, wie erhofft.

In den USA war der Start der "Falcon Heavy" ein mediales Hochamt. Mehr Schaulustige  erlebte das Space Center in Cape Canarveral zuletzt vor einem halben Jahrhundert. Der Livestream des Jungfernflugs war nach Felix Baumgartners Sprung aus dem All der zweitpopulärste in der Geschichte von Youtube. 2,3 Millionen simultane Zuseher waren dabei.

Vier mal billiger als die Konkurrenz

Aber der Abflug der derzeit größten aktiv genutzten Superrakete war weit mehr als reines Marketing. Es war der Beweis, dass Elon Musk seinem Ziel, einer Flotte an billigen, wiederverwertbaren Weltraumraketen, sehr nahe ist. Denn die 70 Meter lange Rakete mit 60 Tonnen Nutzlast schaffte es nicht nur problemlos ins All, kurz nach dem Start kehrten auch die beiden äußeren Antriebsraketen planmäßig zurück und schafften eine spektakuläre Simultanlandung auf der Erde. Nur der zentrale dritte Antrieb verfehlte seine  Schwimmplattform, und krachte in den Atlantik.

Trotzdem hat das erst 2002 gegründete Raumfahrtunternehmen damit alle staatlichen und privaten Konkurrenten überholt. Die Wiederverwertbarkeit der ersten Zündstufe macht den Raumtransport bei SpaceX deutlich billiger als bei den Rivalen. Der Start der "Falcon Heavy" kostete etwa 90 Millionen US-Dollar. Das ist ein Viertel dessen, was Lockheed Martin und Boeing für den Abflug der nächstgrößeren Rakete veranschlagt haben.

Kolonialisierung des Mars als Fernziel

Der erfolgreiche Testflug sei das "game over" für die Konkurrenz, ließ Musk wissen. Künftig könnte das Unternehmen große Satelliten etwa für die US-Armee ins All befördern. Mit 18 Starts war SpaceX 2017 schon bisher das umtriebigste Raumfahrtunternehmen. Eine halbe Milliarde US-Dollar hat Elon Musk bisher in das Projekt gesteckt, drei Mal wollte er es abbrechen, räumte er gestern ein. Nun ist der Durchbruch geglückt. Und plötzlich scheint auch sein Traum von der Kolonialisierung des Mars wieder in Griffweite.