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Sturm Graz prolongiert Fehlstart

FUSSBALL: TIPICO-BUNDESLIGA / SK STURM GRAZ - RZ PELLETS WAC
APA/ERWIN SCHERIAU
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Sturm Graz und Heiko Vogel, das ist bis jetzt keine Erfolgsgeschichte: Der Winterkönig der Fußball-Bundesliga verlor am Samstag auch sein zweites Frühjahrsspiel mit 0:1.

Sturm Graz und Heiko Vogel, das ist bis jetzt keine Erfolgsgeschichte: Der Winterkönig der Fußball-Bundesliga verlor am Samstag auch sein zweites Frühjahrsspiel mit 0:1. Aus einem Punkt Vorsprung zum Jahresende 2017 ist somit gleich ein Rückstand von fünf Zählern auf Tabellenführer und Titelverteidiger Salzburg geworden. Die Stimmung in Graz ist daher wenig überraschend unterkühlt.

"Wir haben viel zu leichtfertig die ersten beiden Spiele verloren. Wir haben ganz andere Ansprüche", verlautete Sturms Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl nach dem Heim-0:1 gegen den WAC. Wie auch schon beim 0:1 in Mattersburg hatten die Grazer fast 70 Prozent Ballbesitz, ihnen unterliefen aber immer wieder zum Teil haarsträubende Fehler. Einer davon, von Christian Schoissengeyr, leitete das 0:1 von Majeed Ashimeru (50.) und somit die Niederlage ein.

"Es ist eine ganz bittere Niederlage für uns. Ich habe keinen Lichtblick gesehen. Die Kritik gilt Günter Kreissl, dem Trainerteam und der gesamten Mannschaft", sagte ein selbstkritischer Kreissl. Auch Coach Vogel suchte die Schuld nicht bei anderen. "Es gibt nur einen, der die Verantwortung trägt, und das bin ich", betonte der 42-jährige Deutsche. Der Nachfolger von ÖFB-Teamchef Franco Foda hatte kurz nach der Partie noch keine Erklärung. "Ich werde in mich gehen und mit meinem Stab das Spiel analysieren und dann werden wir schauen, wie die richtigen Antworten aussehen werden", sagte Vogel.

Die individuellen Fehler sind nicht das alleinige Problem der 2018 noch torlosen Steirer. Das Offensivspiel ist nicht mehr mit jenem des erfolgreichen Herbstes vergleichbar. "Wir trainieren sehr gut, bringen die Qualität aber nicht auf den Platz. Wir müssen uns mehr Chancen erarbeiten und mehr spielerische Akzente setzen", erläuterte Rückkehrer Jakob Jantscher. Der 29-Jährige fiel bei seinem Comeback kaum auf. Laut seinem Mittelfeldkollegen Stefan Hierländer sei man wieder knallhart am Boden der Realität angekommen. "Die Automatismen funktionieren noch nicht, wir finden nicht die Laufwege, die es dem Gegner schwer machen", analysierte der 27-Jährige.

Auf die Grazer warten harte Wochen. Am Samstag müssen sie zum Dritten Rapid, danach wartet das Heimspiel gegen Salzburg (25. Februar). "Jetzt müssen wir gegen Rapid und Salzburg gewinnen, dann schaut es wieder ganz anders aus", gab Tormann Jörg Siebenhandl die Marschroute vor. Nach dem Cup-Viertelfinale gegen den Burgenland-Liga-Club SV Wimpassing (28. Februar) geht es mit dem LASK (3. März/auswärts) und der Admira (10. März/auswärts) gegen weitere Clubs aus den Top 5.

Im Gegensatz zu Sturm läuft es für den WAC 2018 hervorragend. Vier Punkte aus zwei Spielen nach dem Auftakt-0:0 gegen Altach waren große Schritte in Richtung Klassenerhalt. Der Vorsprung des Vorletzten auf Schlusslicht St. Pölten vergrößerte sich auf 13 Punkte. Ähnlich wichtig war die Tatsache, dass zwei Langzeitserien ein Ende fanden. Ashimeru fixierte den ersten Wolfsberger Sieg seit 26. August 2017. In der Fremde war es gar der erste Erfolg seit 30. November 2016.

"Endlich ist uns auswärts wieder ein Sieg gelungen", atmete WAC-Mittelfeldspieler Daniel Offenbacher auf. Auch Coach Heimo Pfeifenberger fiel ein Stein vom Herzen. "Wir haben gegen einen übermächtigen Gegner auswärts gewonnen. Der Sieg ist eine riesengroße Befreiung", jubelte der Salzburger. Die Salzburg-Leihgaben Ashimeru und Igor haben eingeschlagen. "Sie tun uns fußballerisch gut", meinte Pfeifenberger. Verbesserungspotenzial gibt es für ihn noch an vorderster Front. "Wir müssen die Offensivaktionen besser zu Ende spielen, da sind wir noch zu hektisch", weiß der WAC-Trainer.

Schlusslicht St. Pölten hat ganz andere Probleme, kassierte zu Hause beim 0:3 gegen Mattersburg bereits die fünfte Niederlage in Serie. Die Mission, den Klassenerhalt ohne die Relegationsspiele zu erreichen, wird immer unrealistischer. Mit dieser Bestandsaufnahme scheinen sich auch die Spieler abzufinden. "Wir werden alles geben, so lange es rechnerisch möglich ist, aber es wäre naiv von uns, wenn wir nicht mit einem Auge auf die Relegation blicken würden", meinte etwa Kapitän Dominik Hofbauer.

Trainer Oliver Lederer fand wie immer in der Öffentlichkeit lobende Worte für sein Team. "Der Auftritt in der ersten Halbzeit war voll in Ordnung. Das war nicht so, wie ein Tabellenletzter auftritt", analysierte der Ex-Profi. "Dass wir nach dem ersten Tor so wegbrechen, darf uns nicht passieren." Auch für Lederer ist das Wort Relegation nicht mehr unaussprechlich. "Wir müssen jetzt Punkte holen, und wenn wir am Ende Letzter sein sollten, werden wir uns auf die Relegation konzentrieren."