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Pyramidenspiele: "Man beginnt als Opfer und wird zum Täter"

Symbolbild
SymbolbildAPA/AFP/JACK GUEZ
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Von Pyramidenspiel und von Betrug ist im Zusammenhang mit der Bitcoin-Optioment-Causa die Rede, bei der Tausende Menschen um ihr Geld umfielen. Aber was ist ein Pyramidenspiel und wann wird es zu einem Betrug? Die "Presse" gibt Antwort.

Die Causa Optioment, bei der rund 10.000 Anleger Tausende Bitcoin und damit ihr Geld verloren haben, wird die Staatsanwälte in den nächsten Monaten beschäftigen. Derzeit ist noch völlig unklar, wie viele Menschen hinter diesem ominösen Pyramidenspiel stecken, und wie es passieren konnte, dass sich so viele darin verfangen haben.

Wenn von Ketten- und Pyramidenspielen, Betrügereien oder Schneeballsystemen die Rede ist, wird oft viel durcheinandergebracht. Der Gesetzgeber hat aber zwischen beidem eine klare Grenze gezogen. "Die Presse" gibt einen Überblick.

Was ist ein Pyramidenspiel und warum sind sie verboten?

Seit 1997 sanktioniert der österreichische Strafgesetzgeber sogenannte Ketten- und Pyramidenspiele mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten (§ 168a Strafgesetzbuch). Die Bestimmung verfolgt im Wesentlichen das Ziel, Menschen vor ihrer eigenen Gier und Dummheit zu schützen, erklärt der Strafrechtsexperte Gerald Ruhri: "Das Wesen eines Pyramidenspiels besteht darin, dass jemand einen Einsatz, etwa einen Geldbetrag, leistet, dafür aber keine unmittelbare Gegenleistung bekommt. Der Teilnehmer eines Pyramidenspiels erhält in der Folge nur dann Geld oder einen anderen Vermögensvorteil, wenn er dem "Spiel" bzw. dem System weitere Teilnehmer zuführt. Diese müssen ihrerseits wiederum einen Einsatz leisten."