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Krankenstand als Protest: Schwere Vorwürfe gegen Firma Technosert

Symbolbild Krank
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Laut einem anonymen Brief wurden zwölf Mitarbeiter, die gleichzeitig in Krankenstand gingen, jahrelang gemobbt. Großteils handelte es sich offenbar um junge Mütter.

Vor kurzem sorgte ein Bericht der Wirtschaftskammer Oberösterreich für Aufregung: Zwölf Mitarbeiter eines Hightech-Betriebs sind gleichzeitig in Krankenstand gegangen. Danach wurden zehn von ihnen gekündigt, zwei waren ihrem Arbeitgeber zuvorgekommen. Mittlerweile ist bekannt, dass es sich um das Unternehmen „Technosert“ aus Wartberg ob der Aist.

Nun ist die Causa um eine Facette reicher: In einem anonymen Brief an die „Oberösterreichischen Nachrichten“ und die Regionalzeitung „Tips“ werden nun schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben. Laut dem Schreiben ehemaliger Mitarbeiter handelte es sich bei den Betroffenen großteils um junge Mütter. Sie hätten um 6 Uhr zum Schichtdienst antreten müssen, auf das Thema Kinderbetreuung sei keine Rücksicht genommen worden, außerdem sei „bei jeder Gelegenheit mit Kündigung gedroht“ worden. Schließlich seien zwölf Mitarbeiter aus Protest in den Krankenstand gegangen. "Es war ein Hilferuf", sagt Ex-Mitarbeiter von Technosert.

Junge Mütter "strafversetzt"?

Das anonyme Schreiben berichtet von einem schlechten Arbeitsklima und Rechtsverletzungen. So sei mit dem Jobverlust gedroht worden, wenn nicht jeden Samstag "freiwillige" Mehrstunden geleistet werden. Junge Mütter seien nach der der Karenz vom Büro in die Produktion “strafversetzt“ worden, außerdem sei der Pflegeurlaub für kranke Kinder nicht gewährt worden. Mitarbeiter seien gemobbt worden. Und nach zehn Stunden habe man ausstempeln müssen, damit es zu keiner Arbeitszeitverletzungen kommt, danach aber gratis weitergearbeitet, um das Arbeitspensum zu erfüllen. Dem Unternehmen wird sogar "Fälschung von Dokumenten, um eine gesetzestreue Ankündigung der angeordneten Überstunden vorzutäuschen“ vorgeworfen.

 

Viele haben keine Chance,den Arbeitgeber in der Region zu verlassen, weil sie sich daheim um ihre Kinder kümmern müssen.

Ehemaliger Angestellter

Die Mitarbeiter seien bereits öfter mit der Arbeiterkammer und Gewerkschaft in Kontakt gewesen, geklagt hat man aber nicht – aus Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. "Viele haben keine Chance,den Arbeitgeber in der Region zu verlassen, weil sie sich daheim um ihre Kinder kümmern müssen“, so ein Ex-Angestellter, der Verständnis für die Aktion zeigte.

Kein Kommentar von Technosert

Technosert wollte sich nicht zu den schweren Vorwürfen äußern. Die Berichte ehemaliger Mitarbeiter in den Regionalmedien lassen jedenfalls kein gutes Haar am Unternehmen. „Entweder man hat gespurt, oder man ist gegangen worden. Die Mitarbeiter waren chronisch überlastet. Ich verstehe es, wenn sich zwölf Leute krankmelden“, so ein ehemaliger Mitarbeiter gegenüber der Zeitung.

>>> Bericht auf „Tips.at“

>>> Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“

(sk)