Was wurde aus dem Arabischen Frühling?

Dossier Vor sieben Jahren begannen die Revolutionen im Nahen Osten. Die Machthaber Tunesiens, Ägyptens und Libyens wurden gestürzt. Doch was brachten die Aufstände von 2011?

Ein Dossier von Wieland Schneider

Es war eine Welle des Widerstandes, die über weite Teile der arabischen Welt rollte und die Langzeitherrscher in Tunesien, Ägypten, Libyen und im Jemen von der Macht spülte. Zigtausende Menschen hatten ihre Angst vor den repressiven Regimen überwunden und gingen auf die Straße, beseelt vom Wunsch nach Veränderung. Sie forderten bessere wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, mehr Mitsprache und Gerechtigkeit und ein Ende von Willkür, Korruption und Vetternwirtschaft. Sie verlangten nach Brot, Freiheit und Würde.

Doch was wurde aus diesem sogenannten „Arabischen Frühling“ von 2011? Heute, sieben Jahre später, herrscht in vielen der Länder tiefster politischer Winter. Die alten Regime sind zurück, oder waren nie wirklich weg. Machtkämpfe führten zu neuer Gewalt und Chaos. In Syrien hält sich das Regime bis heute an der Macht. Aus dem Aufstand wurde mittlerweile ein Stellvertreterkrieg regionaler und internationaler Mächte. Und auch im Jemen tobt heute ein brutaler Konflikt mit externen Playern.

2011 hatte der Aufstand nach Tunesien und Ägypten auch Libyen erreicht. Es war der erste Aufstand des „Arabischen Frühlings“, der – so wie später in Syrien – in einen militärischen Konflikt kippte.