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Ein Name wie eine Kalaschnikow

Annegret Kramp-Karrenbauer - ein so sperriger Name eignet sich nicht sonderlich gut für eine Regierungschefin.

Über die Grenzen von Saar und Mosel hinaus – wo Erich Honecker und Oskar Lafontaine, der „Napoleon von der Saar“, mit wechselhaftem Erfolg auszogen, um Deutschland und die Welt zu erobern – muss sich die Menschheit also auf einen Doppelnamen einstellen, der in keine Boulevard-Schlagzeile passt: Annegret Kramp-Karrenbauer, die neue CDU-Generalsekretärin. Die Spatzen pfeifen es längst von den Berliner Dächern: Die Saarländerin, die partout keine Kronprinzessin sein will, könnte dereinst Angela Merkel beerben – wenn und wann es der Kanzlerin denn gefällt.

Ein so sperriger Name eignet sich nicht sonderlich gut für eine Regierungschefin. Südländische Staats- und Regierungschefs würden sich womöglich die Zunge brechen. Abhilfe wissen – wie so oft – Amerikaner und Franzosen. Wer in New York, Washington oder Paris etwas gelten oder zumindest eine exklusive Aura verströmen will, legt sich ein Mittelinitial zu – und fertig ist der Markenname.

JFK exerzierte es vor, seine Nachahmer sind Legion: Bernard-Henri Levy (BHL), Dominique Strauss-Kahn (DSK), Yves Saint-Laurent (YSL) – bis hin in unsere Breiten: VdB, KHG . . . Also Annegret Kramp-Karrenbauer alias AKK: ein Name wie ein Parfüm. Oder schnell-ratternd wie ein Maschinengewehr vom Urtyp der Kalaschnikow: AK-47. Oder wie ein Ausschuss der Arbeiterkammer. (vier)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2018)