Wie Gott in Frankreich lebt der Hahn im Teig. Und seien Sie bloß kein schlecht abgeschleckter Bär.
Unlängst brachte ich den Monsieur am Abend auf der Couch sehr zum Lachen. Es ging um die Nudelsuppe, auf der ich natürlich nicht dahergeschwommen bin – ich bin ja nicht ganz ahnungslos! Das Bild ist tatsächlich erheiternd (Ich stelle mir da immer eine Art Nudelsuppensurfen vor). Die Franzosen sind freilich ihrerseits nicht mit dem letzten Regen dahergekommen – und sie hinken nicht nach, was Redewendungen angeht.
Wenn es ihnen richtig gut geht, leben sie nicht wie Gott in Frankreich (logisch!), sondern wie der Hahn im Teig. Offenbar ist das sehr bequem – wenngleich das Hühnervieh es wohl nicht besonders lang überlebt. Wer hinterhältig ist, der ist eine Kuhhaut – was nichts damit zu tun hat, was bei uns auf eine Kuhhaut geht, sondern offenbar damit, dass die Kuh, ein gemeinhin friedliches Tier, manchmal überraschend zur Seite hin ausschlägt. Und wer geizig ist, der hat Seeigel in der Hosentasche.
Die Katze im Sack gibt es in Frankreich genauso wie bei uns. Wenn ein Lokal leer ist, dann ist keine Katze da. Einen Kater haben die Franzosen am Morgen danach dagegen nicht: Wer zu viel getrunken hat, hat eine hölzerne Gurgel. Wer jemandem einen Korb gibt, setzt ihm einen Hasen hin. Und wer sich dabei auch noch ungehobelt verhält, ist ein schlecht abgeschleckter Bär. Das kommt angeblich von der Annahme, dass Bärenbabys unfertig auf die Welt kommen und erst von ihren Müttern ausgiebig abgeleckt werden müssen: Bitte mich nicht darauf festzunageln, das ist aus dem Internet!
Weil man es bei der aktuellen Wetterlage ganz gut brauchen kann: À la française ist es nicht saukalt, sondern entenkalt. Bei einer solchen Entenkälte bekommt man schnell einmal – nein, natürlich keine Gänsehaut, sondern (mehr oder weniger) Hühnerfleisch. Und für alle, die das nicht beeindruckt hat, habe ich noch etwas: Das bricht einer Ente jetzt keine drei Haxen.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2018)