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Extreme Kälte ab Sonntag: Vermummen erlaubt, Gefahr beim Eislaufen

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Bis zu minus 22 Grad werden kommende Woche erwartet. Im Freien sollte man die Haut schützen - das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz tritt außer Kraft. Die Stadt Wien warnt vor dem Eislaufen auf Naturgewässern wie der Alten Donau.

Ab Sonntag bahnt sich in Österreich eine extreme Kältewelle von Nordosten her an. Die Tiefstwerte sinken laut Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf bis zu minus 22 Grad. Immerhin scheine dann auch wieder oft die Sonne, erläuterten die Wetterexperten am Donnerstag. Vor dem Eislaufen auf zugefrorenen Naturgewässern wird in Wien dennoch gewarnt.

Wer sein Gesicht aus Schutz vor der Kälte mit einem Schal verhüllt, muss übrigens mit keiner Anzeige rechnen: Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz gilt bei den eisigen Temperaturen nicht – aus gesundheitlichen Gründen.

Erfrierungsgefahr

Denn Fußgänger und Wintersportler sollten sich und ihre Haut vor den eisigen Temperaturen schützen. Erfrierungsgefahr droht laut Medizinern schon ab einer Temperatur von minus fünf Grad, bei Wind sind bereits null Grad gefährlich. Zur schnellen Hilfe für obdachlose Personen kann beispielsweise in Wien den ganzen Winter über das Caritas-Kältetelefon (01/480 45 53) angerufen werden.

Der Autofahrerklub Arbö warnt in einer Aussendung vor altersschwachen Autobatterien, die bei derartigen Kälteeinbrüchen zu Startschwierigkeiten führen können. Es sei höchste Zeit, die Batterie überprüfen zu lassen, riet der Autofahrerbund. Die Autobahngesellschaft Asfinag appellierte an alle Lenker, das Tempo bei winterlichen Verhältnissen zu reduzieren und mehr Abstand zu halten.

Warnung vor Eislaufen auf Wiener Naturgewässern

Die MA 45 - Wiener Gewässer warnt indes vor dem Eislaufen auf Naturgewässern wie etwa der Alten Donau. Auch wenn das Eislaufen auf Naturgewässern "sehr reizvoll" sei, bestehe eine große Gefahr einzubrechen. "Die Eisbildung auf Naturgewässern ist sehr schwer einzuschätzen, da sie nicht nur von der Lufttemperatur abhängig ist", warnte Leiter Gerald Loew.

Stehende Gewässer wie die Alte Donau und die Neue Donau werden laut Loew auch durch Grundwasserzuflüsse gespeist. Unabhängig von der Lufttemperatur ist dieses Grundwasser durchschnittlich rund sieben Grad warm. "Es strömt an den verschiedensten Stellen in die Gewässer ein. Durch die Erwärmung von unten ist die Eisdecke an diesen Stellen besonders dünn", hieß es am Freitag in einer Aussendung. Als weitere Gefahren kommen Wasserspiegelschwankungen sowie offene Stellen im Eis unter Brücken sowie bei Pfeilern hinzu.

Die Prognosen im Detail

Am Samstagvormittag gibt es südlich des Alpenhauptkammes und im Südosten noch viele dichte Wolken. Da und dort schneit es außerdem noch leicht. Nachmittags lässt aber schließlich auch hier der Schneefall ganz nach und die Wolken lockern mehr und mehr auf. Weiter im Norden Osten präsentiert sich hingegen das Wetter den ganzen Tag über sonnig und trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig. Nach minus zwölf bis minus zwei Grad in der Früh hat es tagsüber minus vier bis plus fünf Grad, am wärmsten im Westen.

Von Norden und Nordosten her strömt am Sonntag schließlich sehr kalte kontinentale Luft nach Österreich. Vor allem im Bergland entlang der Alpennordseite gibt es örtlich etwas Schneefall, sonst bleibt es meist bei ein paar Schneeflocken. Gebietsweise ist es aber auch sehr sonnig. Der Wind weht schwach bis mäßig, am Alpenostrand und im Alpenvorland teils aber auch recht lebhaft und eiskalt aus Nord bis Ost. Zu Tagesbeginn hat es minus 16 bis minus fünf Grad, im Tagesverlauf minus zehn bis null Grad.

Am Montag drängen sowohl von Nordwesten als auch von Südosten her einige Wolkenfelder in tieferen Schichten nach Österreich, dabei können vereinzelt ein paar Schneeflocken fallen. Sonst scheint aber gebietsweise auch länger die Sonne. Der Wind aus Nord bis Ost frischt tagsüber in freien Lagen teils lebhaft auf und verschärft das bereits wesentlich erhöhte Kälteempfinden, warnte die ZAMG. Mit minus 20 bis minus neun Grad beginnt der Tag, bei minus zehn bis minus drei Grad ist dann mit dem Temperaturanstieg am Nachmittag Schluss.

Die extreme Kältewelle setzt sich am Dienstag fort. Länger sonnig ist es am ehesten inneralpin und im Südwesten. Sonst muss mit teils umfangreichen Wolken in tiefen und mittleren Schichten gerechnet werden. Daraus sind auch leichte bis mäßige Schneeschauer möglich. Vor allem im Nordosten bläst zudem oft lebhafter, stellenweise sogar kräftiger Nordwest- bis Nordwind, der das Kältegefühl noch markant verstärkt. Die Frühtemperaturen liegen bei etwa minus 22 bis minus zehn Grad, die Tageshöchstwerte kaum über minus elf bis minus vier Grad.

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(APA/Red.)