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Interview

Köstinger: „Müssen in der EU eine Umverteilungsdiskussion führen“

Ministerin Koestinger Landwirtschaftsministerium Akos Burg Stubenring Wien
Köstinger im "Presse"-Interview.Akos Burg
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Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger warnt vor einer Kürzung des EU-Agrarhaushalts. Sie sieht allerdings Einsparungsmöglichkeiten, wenn künftig statt Masse Qualität gefördert wird.

Die Presse: EU-Haushaltskommissar Oettinger hat eine Kürzung des Agrarhaushalts vorgeschlagen. Ein Szenario würde das Einkommen der Landwirte um zehn Prozent kürzen. Ist das verkraftbar?

Elisabeth Köstinger:
Nein, vor allem nicht für bäuerliche Familienbetriebe. Angesichts dieser Budgetdiskussion ist es höchst an der Zeit, über das Agrarmodell der Zukunft zu diskutieren. Wir müssen uns sehr offen anschauen, wer künftig unsere Lebensmittel produzieren soll. Das geht mit der Haushaltsfrage einher. Aber einfach mit der Gartenschere eine Kürzung durchzuführen, ist sicher nicht denkbar.

Würde das auf eine Umstellung des gesamten Fördersystems hinauslaufen?

Genau. Da haben wir klare Vorstellungen. Wir haben in der EU ein System geschaffen, das die Massen- und Billigproduktion fördert. Was in den letzten Jahren auf der Strecke geblieben ist, sind Qualität und Überschaubarkeit. Es wäre deshalb an der Zeit, über eine Neuverteilung anzugehen.