Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Falsch abgebogen: Blackout kostete Stadlober Medaille

OLYMPICS - 2018 Winter Olympics
GEPA pictures
  • Drucken

Die Salzburgerin bog - an zweiter Stelle liegend - kurzzeitig in die falsche Schleife ab. Trainer-Vater Alois Stadlober verzweifelte während der ORF-Übertragung: "Sie ist sich verlaufen, da ist irgendwas passiert. Du bist falsch! Verdammte Hütte noch einmal. Hattigucki noch einmal."

Teresa Stadlober schien auf dem Weg zu einer Medaille - nur die souveräne Marit Björgen war vor ihr. Doch rund neun Kilometer vor dem Ziel des olympischen 30-km-Rennens in Pyeongchang bog die Salzburgerin falsch ab. Das Blackout kostete rund eine Minute, Stadlober kam nur als Neunte (+4:14,1 Min.) ins Ziel. Björgen avancierte nach ihrer achten Goldmedaille zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin.

Stadlober hatte große Hoffnungen in ihren Lieblingsbewerb gesetzt. Auf der längsten Distanz, in der bevorzugten klassischen Technik und mit Massenstart glaubte sie ihre besten Chancen zu besitzen, nachdem sie im Skiathlon Siebente und über 10 km Skating Neunte geworden war.

Das Rennen begann denn auch perfekt. Die Ski waren bestens präpariert und als sich Björgen schon nach einem Drittel der Distanz von den Rivalinnen absetzte, bildete die 25-jährige Radstädterin gemeinsam mit Charlotte Kalla, der später zweitplatzierten Krista Pärmäkoski und Kerttu Niskanen (beide Finnland) die Verfolgergruppe. Kalla fiel nach einem Skiwechsel zurück und Stadlober erhöhte das Tempo an der Spitze der Verfolgerinnen.

Plötzlich fand sie sich ganz alleine, die Verfolgerinnen schienen abgeschüttelt. Stadlober schaute ungläubig zurück - und erkannte wenig später ihren Fehler. Die Zusatzschleife, um wieder auf den richtigen Kurs zurückzufinden, kostete viel Zeit, die mögliche Medaille war außer Reichweite. "Jetzt bin ich schon drei Wochen da, wenn ich da die Strecke nicht kenne ..." ärgerte sich die aktuelle Weltcup-Fünfte.

"Hattigucki noch einmal. Alles aus"

Alois Stadlober (der Vater, während des Fehlers von Teresa Stadlober als Co-Kommentator live im ORF): "Sie ist sich verlaufen, da ist irgendwas passiert. Du bist falsch! Sie ist falsch gelaufen, scheiße verdammte Hütte noch einmal. Wo ist die denn hingelaufen jetzt? Hattigucki noch einmal. Alles aus - mein Gott na. Ich habe mir gedacht, das gibt es ja gar nicht, dass sie so daherkommt alleine. Das ist jetzt bitter. Nein, alles kann passieren, aber das nicht. Wie gibt es das? Das ist unvorstellbar. Das wollte der Herrgott nicht

"Es ist bitter"

"Ich habe mich so gut gefühlt. Als die Finninnen nachgelassen haben, habe ich geglaubt, dass eine Medaille möglich ist", erklärte die Athletin. Sie wusste, welch große Chance sie ausgelassen hatte. "Es ist bitter, dass das an so einem Tag passiert, an dem alles zusammenpasst hätte."

Der Sportliche Leiter im ÖSV, Markus Gandler, war sicher, dass die erste Damen-Medaille im Skilanglauf bei Olympia möglich gewesen wäre. "Für mich war Teresa klar auf Silberkurs", sagte der Tiroler.

Die 37-jährige Björgen lief ab Kilometer 10 ein einsames Rennen an der Spitze. Sie hält nach dem jüngsten Erfolg bei acht Gold-, vier Silber und drei Bronzemedaillen und ist nun vor Biathlet Ole Einar Björndalen (8-4-1) die erfolgreichste Winter-Olympionikin.

Pärmäkoski, die lange Zeit gemeinsam mit Stadlober gelaufen war, rettete den zweiten Platz ins Ziel (+1:49,5 Min.). Es war ihre dritte Medaille in Südkorea nach Bronze im Skiathlon und über 10 km Skating. Die Schwedin Stina Nilsson (1:58,9), die mit Ingvild Flugstad Östberg im letzten Drittel nach vorne gestürmt war, sicherte sich im Sprint Bronze.

(APA/Red.)