Schnellauswahl

Champions League: Mehr Fixplätze für die großen Ligen

APA/AFP/LLUIS GENE
  • Drucken

Die beschlossene Uefa-Reform für die kommende Saison stärkt die großen Verbände und macht die Topklubs noch reicher. Die Champions League erhält zwei neue Anstoßzeiten.

Nyon/Wien. Mit Unmut haben kleinere Verbände die Ankündigung der Europacup-Reform im vergangenen August aufgenommen, auch in Österreich zeigte man sich wenig begeistert von den Plänen der Uefa. „Es ist eine Reform für und von den Topklubs in Europa“, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung von ÖFB und Bundesliga. Nun ist die Neustrukturierung von Champions bzw. Europa League amtlich, die Änderungen für Klubs und Fans im Überblick:

Champions League

Die gravierendste Änderung betrifft die Vergabe der Fixplätze: Neben Titelverteidiger und Europa-League-Sieger werden 26 statt wie bisher 22 Plätze in der Gruppenphase nach der Uefa-Fünfjahreswertung vergeben, somit am Ende weniger als die Hälfte der CL-Teilnehmer auch tatsächlich Landesmeister sein. Die besten vier Nationen (aktuell Spanien, England, Italien, Deutschland) stellen je vier Starter. Für die Ränge fünf und sechs gibt es je zwei Plätze und für die Plätze sieben bis zehn einen.

Über die Qualifikation werden nun nur noch sechs statt zehn Tickets vergeben, vier über den Meister- und zwei über den Ligaweg (bisher je fünf). Nach einem Miniturnier mit vier Teams gibt es drei Quali-Runden plus Play-off. Österreich, das in der Prognose für 2018/19 im Ranking an zwölfter Stelle aufscheint, würde in der zweiten Qualifikationsrunde einsteigen. Im Ligaweg sind die drittplatzierten Vereine der Verbände auf Rang fünf und sechs sowie die Vizemeister der Verbände sieben bis 15 vertreten. Österreichs Vizemeister 2018 muss also gleich zum Auftakt antreten.

Ausnahme: Sollte sich der Champions-League-Sieger auch über die nationale Liga qualifizieren (was zuletzt stets der Fall war), würde ein Fixplatz an den elften Verband im Ranking gehen – das wäre nach derzeitigem Stand für die Saison 2019/20 Österreich.

Europa League

17 Fixplätze in der Gruppenphase gehen an je zwei Mannschaften aus den Top-Fünf Nationen sowie je ein Team auf den Plätzen sechs bis zwölf. Für 2019/20 bekommt also der Cupsieger in Österreich einen Fixplatz. Die zehn anderen Klubs kommen als CL-Umsteiger hinzu: vier Vereine, die dort im Play-off des Meisterwegs sowie sechs Teams, die in der dritten Quali-Runde und dem Play-off des Ligawegs scheitern.

Neu ist, dass auch alle anderen in der CL-Qualifikation ausgeschiedenen Vereine in der Europa League eine zweite Chance erhalten. Auch hier wird nun zwischen Meister- und Ligaweg unterschieden: Acht der 21 Plätze für die Gruppenphase werden von Teams ausgespielt, die zwischen der Vorrunde und dritter Quali-Runde im CL-Meisterweg ausgeschieden sind. Über den Ligaweg werden 13 weitere Tickets vergeben.

2018/19 steigen damit zwei österreichische Ligavertreter in der zweiten Quali-Runde ein, der Cupsieger folgt in Runde drei.

Prämien

Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt, doch wird das Prämienmodell von drei auf vier Säulen erweitert. Neben Marktpool, Startgeld und Erfolgsprämien wird künftig ein Klubkoeffizient, der vergangene Titel berücksichtigt, in die Ausschüttung einkalkuliert. Zudem hat die Uefa angekündigt, das Startgeld zu Gunsten höherer Erfolgsprämien zu reduzieren.

Spielzeiten

Die Königsklasse wird weiter Dienstag und Mittwoch gespielt, künftig mit zwei Anstoßzeiten: 18.55 bzw. 21 Uhr statt des bisherigen Regeltermins um 20.45 Uhr. Die Partien der Europa League finden weiter am Donnerstag um 19 bzw. 21.05 Uhr statt.

(APA)